Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Forschungsvorhaben "POSEIDON" optimiert Abwasser- und Trinkwassertechnologie

29.01.2001


EU-Forschungsvorhaben "POSEIDON" optimiert Technologien zur Entfernung von Arzneistoffen in Kläranlagen und Wasserwerken

Prof. Rolf-Dieter Wilken vom Institut für Geowissenschaften koordiniert EU-Projekt mit acht Arbeitsgruppen aus sieben Ländern / Volumen von rund zwei Millionen Euro


Im Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz laufen die Fäden für das EU-Forschungsvorhaben "POSEIDON" mit einem Volumen von rund zwei Millionen Euro zusammen: Prof. Rolf-Dieter Wilken und seiner Mannschaft ist es gelungen, Koordinator dieses EU-Projektes zu werden, das sich mit Arzneimittelrückständen in Kläranlagen und Wasserwerken beschäftigt. Acht Arbeitsgruppen aus sieben Ländern Europas arbeiten unter der Leitung von Dr. Thomas Ternes vom ESWE-Institut zusammen. Das gesamte Vorhaben hat ein Volumen von ca. zwei Millionen Euro und wird drei Jahre laufen.

Neuere Forschungsergebnisse zeigten, dass Rückstände von Arzneistoffen (z. B. Betablocker, Antibiotika, hormon-wirkendes Ethinylestradiol - ein Inhaltsstoff der Antibabypille) sowie kosmetische Inhaltsstoffe (z.B. UV-Filter aus Sonnenschutzmitteln oder Duftstoffe) in der Kläranlage nicht vollständig entfernt und daher durch gereinigtes Abwasser in die Fließgewässer eingetragen werden. Gehalte bis zu einigen Mikrogramm je Liter wurden in den Flüssen gemessen. Von den Fließgewässern wurde sogar ein Eintrag dieser Arzneimittelrückstände in

das Grundwasser und das Uferfiltrat beobachtet. In einigen Fällen fanden sich sogar geringe Spuren solcher Verbindungen in Trinkwässern. Vor allem steht zu vermuten, dass die eingetragenen Antibiotika zur Resistenzbildung von Umweltbakterien führt.

Aufgrund der weltweit immer knapper werdenden Wasserressourcen muss zur Trinkwasseraufbereitung zunehmend auf Wasser zurückgegriffen werden, das gereinigtes Abwasser enthält. Um die schwer abschätzbaren Umweltrisiken durch die Arzneistoffe zu reduzieren und eine Aufnahme über das Trinkwasser - wenn auch in verschwindend geringen Konzentrationen - zu verhindern, sind dringend Technologien notwendig, die solche Stoffe bereits in der Abwasserreinigung entfernen.

Das Ziel des Forschungsvorhabens "POSEIDON" besteht daher in der gemeinsamen Optimierung von Abwasser- und Trinkwassertechnologie, so dass Arzneistoffe und kosmetische Inhaltsstoffe nahezu vollständig entfernt werden. Diese Ergebnissen können dann in ein Konzept einfließen, das die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser in stärkeren Maße ermöglicht. Hierbei kann zum Beispiel auch an die Bewässerung von Feldern und Gärten mit diesem Wasser gedacht werden.

Das ESWE-Institut, verbunden mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung, die sich der Wasserforschung und Wassertechnologie widmet. Es wurde vor rund 23 Jahren gegründet und arbeitet unter der Leitung von Prof. Dr. Wilken in vielen internationalen Projekten auf dem Thema Wasser und Wasserqualität. Für das Institut ist POSEIDON das 7. Projekt, das von der Europäischen Union gefördert wird.

Weitere Auskunft: Dr. Thomas Ternes, Tel. 0611/ 780 4343
Prof. Dr. Rolf-Dieter Wilken, Tel. 0611/ 780 4444

Bernd Marz | idw

Weitere Berichte zu: Abwasser Arzneistoff Trinkwassertechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Multidisziplinäre Studie regt neue Strategie zur Medikamentenentwicklung an
15.01.2018 | Heidelberger Institut für Theoretische Studien gGmbH

nachricht Interaktionen zwischen einfachen molekularen Mechanismen führen zu komplexen Infektionsdynamiken
09.01.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften