Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchungsfeld Operationssaal

07.03.2001


Kooperation und Sicherheit in komplexen soziotechnischen Systemen "KOSIS" - erster interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt der TU Berlin


Technischer und organisatorischer Fortschritt führen dazu, dass

unsere Welt zunehmend "perfekter", aber auch komplizierter wird. Damit wachsen die Erwartungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Bei Systemen mit hohem Versagensrisiko wie bei Kernkraftwerken oder in der Luftfahrt kann man durch streng geregelte Prozessabläufe und umfassende Kontrollsysteme ein sehr hohes Sicherheitsniveau erreichen. Wie aber verfährt man bei der Vielzahl individueller, jedoch nicht minder komplexer Arbeitssysteme wie z.B. im Krankenhaus oder im Verkehrsbereich? Mit diesen Problemen wird sich der erste interdisziplinäre Forschungsschwerpunkt (IFS) der TU Berlin befassen. Im Mittelpunkt stehen die "Kooperation und Sicherheit in komplexen soziotechnischen Systemen" (KOSIS).

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Teildisziplinen der TU Berlin untersuchen
Arbeitssituationen und -abläufe, um eine gemeinsame Optimierung von Technikeinsatz, Organisation und dem Einsatz von Humanressourcen zu erreichen. Angestrebt wird ein in sich schlüssiges und seine Aufgaben sicher erfüllendes Arbeitssystem, in dem Fehler erst gar nicht entstehen. Der Schwerpunkt der Analysen liegt dabei in der Betrachtung von Kooperationen zwischen verschiedenen Menschen, wie auch zwischen Mensch und Technik sowie Technik und Technik und ihren Auswirkungen auf die zu erreichende Systemsicherheit. Hierbei werden die Kompetenzen und Methoden verschiedener ingenieurwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Fachgebiete insofern integriert, als dass menschbezogene, technikbezogene und Mensch-Technik-bezogene Aspekte ein gemeinsames Wirkungssystem bilden.

Als exemplarische Fallstudie des Interdisziplinären Forschungsschwerpunkts soll der heutige Operationssaal (OP) dienen. Dieser stellt im Arbeitssystem Krankenhaus das Kernstück und damit auch den kostenintensivsten und sicherheitskritischsten Arbeitsbereich dar. Derzeit befindet sich insbesondere das stationäre klinische Arbeitssystem unter massivem Kostendruck. Die Forderung nach höherer Effizienz folgt daraus. Außerdem stellt das Arbeitssystem OP ein äußerst dynamisches Feld des technologischen Fortschritts dar. Mikrotechnologie sowie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien finden verstärkt Einsatz. Diese Dynamik und Komplexität machen den OP zu einem Anwendungsfeld, das sowohl hinsichtlich der Theoriebildung und Methodenentwicklung ein großes Potenzial in sich birgt sowie eine große aktuelle und in den nächsten Jahren weiter wachsende gesellschaftliche Brisanz besitzt.
Durch die disziplinübergreifende Erforschung komplexer soziotechnischer Systeme soll eine methodische Grundlage für einen allgemeinen Betrachtungsansatz geschaffen werden. Hierzu arbeiten Wissenschaftler aus den Fachgebieten Arbeitswissenschaft sowie Arbeits- und Organisationspsychologie zusammen. Die Einbindung der Semiotik verspricht im Zusammenspiel der Projektpartner ein besonderes Innovationspotenzial zu besitzen, das vor allem auf die Gestaltung der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine wie auch zwischen Maschine und Maschine abzielt. Die Sozialwissenschaften, vertreten durch das Fachgebiet Techniksoziologie, erhalten im Rahmen der Forschungsarbeiten eine intensive wissenschaftliche Verbindung zu den Ingenieurwissenschaften und der Informatik, welche die Erkenntnisse mit geeigneten Modellierungsmethoden in einen gemeinsamen Rahmen fügt.

Der interdisziplinäre Forschungsschwerpunkt hat eine Laufzeit von drei Jahren, beginnend zum Januar 2001 und soll die Grundlage für weitere Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet bilden.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gerne der Sprecher des IFS: Prof. Dr. Wolfgang Friesdorf, TU Berlin, Institut für Arbeitswissenschaften, Steinplatz 1, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-79506, Fax: 030/314-79507, E-Mail: wolfgang.friesdorf@awb.tu-berlin.de, Internet: http://uebb.cs.tu-berlin.de/kosis/.

Ramona Ehret | idw

Weitere Berichte zu: IFS Operationssaal Untersuchungsfeld

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise