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Statistik verfeinert Spürsinn für feine französische Sinnesreize

03.04.2001


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Wundervoller Wohlgeruch spielt in der Welt der Waren eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein feines Näschen beweisen Produzenten, die den richtigen Riecher für die Kundenwünsche haben. Das gilt nicht nur im
übertragenen Sinn, sondern ganz konkret: Gleich drei der bedeutendsten französischen Markenartikler wurden deshalb jetzt neue Partner des Fachbereichs Statistik der
Universität Dortmund. Dekan Prof. Dr. Joachim Kunert unterstützt die französischen Unternehmer beim Begutachten und der statistischen Auswertung sensorischer und olfaktorischer Produktdaten.

Dass Dior Edelparfüms nur absetzen kann, wenn die Experten die richtige Duftnote kreieren, ist leicht nachvollziehbar. Verständlich mag auch sein, dass Danone nur über den Ladentisch geht, wenn sich der Käuferinnen und Kunden auf das frische sahnige Flair verlassen können. Dass auch der Verkauf der PKWs von Peugeot/Citroën beeinflusst wird vom Geruch im Innenraum der Limousinen, ahnt nicht jeder.

Die Statistiker von Joachim Kunerts Lehrstuhl für Mathematische Statistik und naturwissenschaftliche Anwendungen helfen an der Universität Dortmund mit, dass die französischen Firmen ihre Produktentwicklung hinsichtlich der sensorischen Eigenschaften von Parfüms, Autos und Milchprodukten verbessern können.

Sensorische Daten - wie beispielsweise der Geruch eines Autoinnenraums, die Schwere eines Parfümdufts oder die Sahnigkeit eines Joghurts - sind nur sehr schwer zu erfassen. Sensorische, sinnliche Wahrnehmungen sind eben Geschmackssache. Und wo es allein auf den richtigen Geruch ankommt, sind die olfaktorischen Experten ihren mit besonders geschulten Nasen gefragt. Die Unternehmen arbeiten also mit hochspezialisierten Testern zusammen, die in aufwendigen Verfahren ausgesucht und monatelang auf Ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Auch Tester können irren

Derartig geschulte Spezialisten sind in der Lage, auch jene sensorischen Produkteigenschaften klar zu benennen und auf den Begriff zu bringen, die nicht instrumentell gemessen werden können. Da aber auch deren Beurteilungen fehlerbehaftet sein können, kommen statistische Kontroll-Verfahren zum Einsatz, die die Unternehmen in die Lage versetzen, "Ausreißer" (eklatante Abweichungen von Durchschnittswerten) oder subjektive Fehleinschätzungen zu erkennen.

Prof. Dr. Joachim Kunert prüft in diesem Zusammenhang mit seinem Team als wissenschaftlicher Berater der französischen Firmen den Einsatz standardisierter Statistik-Werkzeuge. Er begutachtet die Datensätze und empfiehlt effektive Auswertungsmethoden.

Weitere Information:
Prof. Dr. Joachim Kunert, Ruf 0231-755-3113, E-Mail: 
kunert@amadeus.statistik.uni-dortmund.de

Klaus Commer | idw

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