Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesregierung plant neues Aktionsprogramm "Lebensbegleitendes Lernen für alle"

09.01.2001


Bulmahn: "Wir wollen die Weiterbildung für alle Menschen attraktiv machen"


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat jetzt ein Aktionsprogramm "Lebensbegleitendes Lernen für alle" aufgelegt. Damit zeigt zum ersten mal eine Bundesregierung klare Ziele und konkrete Handlungsfelder für den Weg in eine "lernende Gesellschaft" auf. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, erklärte dazu heute in Berlin: "Lebenslanges Lernen darf kein Schlagwort bleiben. Wir wollen mit dem Aktionsprogramm die Weiterbildung für alle Menschen attraktiv machen. Nur durch ständiges Lernen kann in Zukunft der Alltag gestaltet, der Arbeitsplatz behalten oder Karriere gemacht werden." Die Förderung der Weiterbildung ist seit 1998 um ein Drittel von rund 100 Millionen Mark auf jetzt 150 Millionen Mark erhöht worden. Hinzu kommen vom Bund eingeworbene Mittel der Europäischen Union in Höhe von knapp 50 Millionen Mark pro Jahr.


Die Einsicht in die Bedeutung lebensbegleitenden Lernens könne und dürfe bei den Menschen nicht erzwungen werden, so die Ministerin. Schon im Kindergarten müssten die Weichen für das Lernen des Lernens richtig gestellt werden. Benachteiligungen müssen abgebaut und neue Barrieren beim Zugang zu den Bildungsangeboten vermieden werden. Außerdem müssten alle Bildungsangebote durch Attraktivität und klaren Nutzen überzeugen und die Menschen motivieren. Es sei daher wichtig, dass die Initiativen, Veranstaltungen und Kurse hohe Qualitätsansprüche erfüllen. "Das Angebot muss für jeden Interessenten transparent sein. Das neue Wissen soll für den Arbeitsmarkt zertifiziert und vom Arbeitgeber anerkannt werden. Die Neuen Medien sollen verstärkt Einzug in die Weiterbildung halten und Aspekte der Internationalisierung gestärkt werden." Dies seien die neuen Herausforderungen, denen sich die Weiterbildung in Deutschland stellen müsse, betonte die Ministerin.


Die bestehenden Programme und Projekte werden auf eine nachhaltige Förderung lebensbegleitenden Lernens aller Menschen und eine zukunftsorientierte Veränderung der Bildungsstrukturen ausgerichtet. Das Aktionsprogramm bündelt die Forschungs-, Entwicklungs- und Pilotmaßnahmen des Bundes in den einzelnen Bildungsbereichen, die der Förderung lebensbegleitenden Lernens dienen. Diese Verknüpfung soll zur breiten Umsetzung innovativer Konzepte und zu mehr Transparenz über die Förderaktivitäten des Bundes beitragen.


Vorrangig gefördert werden zukünftig Innovationen in folgenden Handlungsfeldern:

- Übergreifende Vernetzung der verschiedenen Bildungsbereiche und Träger auf regionaler und überregionaler Ebene

- Qualitätssicherung in transparenten und vergleichbaren Verfahren

- Zertifizierung bzw. Anerkennung von beruflich verwertbaren Qualifikationen und Kompetenzen, auch solchen, die in informellen Lernprozessen, also außerhalb von speziellen Einrichtungen erworben werden

- Erhöhung der Transparenz der Angebote, Verbesserung der Information und Beratung, Motivierung

- Förderung neuer Lehr- und Lernkulturen (z. B. informelles, selbstgesteuertes Lernen; Lernberatung und -begleitung)
Nutzung neuer Medien

- Förderung der Bildungsbereitschaft für Menschen in speziellen Lebenslagen, auch am Arbeitsplatz; Strategien zum Kompetenzerhalt bei Arbeitslosen

- Intensivierung des Austauschs und der internationalen Zusammenarbeit, Förderung internationaler Kompetenzen.


Eine qualitativ hohe Ausbildung möglichst vieler Menschen und ihre kontinuierliche Weiterbildung dient der Förderung aller Begabungen und der Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist wichtige Grundlage für die aktiven Bewältigung des Strukturwandels, der Sicherung der Innovationsfähigkeit der Gesellschaft und damit das wichtigste Kapital für die Beschäftigungsförderung. "Lebensbegeleitendes Lernen endet nicht mit dem Abschluss der Berufsausbildung. Weiterbildung ist in allen weiteren Lebensphasen notwendig," betonte die Ministerin abschließend.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: Aktionsprogramm Bildungsbereich Transparenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie