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Introvertierte Person eher ermüdet auf der Arbeit

11.09.2002


Introvertierte Menschen haben eine größere Chance, ermüdet zu geraten als extravertierte Kollegen. Das erweist sich aus der ersten großangelegten und systematischen Forschung nach dem Einfluss der Persönlichkeit auf Ermüdung. Tilburger Wissenschaftler führten die von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) subventionierte Forschung durch.

Psychologen van der Universität von Tilburg folgten während zwei Jahren insgesamt über siebenhundert Leuten. Jedes halbes Jahr beantworteten die tätigen Personen Fragebogen über Persönlichkeit, Arten des Umgehens mit Problemen, (Arbeits-)Stress und soziale Unterstützung. Auch demografische Aspekte wie die Sorge für ein Kind wurden in die Forschung miteinbezogen.

Aus der Forschung erwies sich, dass introvertierte Personen eine größere Chance auf Ermüdung zwei Jahre später als extravertierte Leute haben. Ebenfalls wichtig ist das Maß, in dem Personen ihre Arbeitslast erfahren. Arbeitnehmer, die meinen, dass sie zu viel zu tun haben, laufen eine größere Gefahr, ermüdet zu geraten als Kollegen, die meinen, dass sie nicht so viel zu tun haben.

Aus der Tilburger Forschung kam außerdem hervor, dass die Art und Weise, in der ein Individuum mit Problemen umgeht, keinen Einfluss auf die Ermüdung hat. Ein Arbeitnehmer, der beispielsweise so tut, als gäbe es kein Problem, erweist sich nicht als anfälliger für Ermüdung als jemand, der in fast allen Hinsichten gleich ist, aber ein Problem systematisch angeht und abwickelt.

Wider allen Erwartungen, scheint man körperliche und psychische Ermüdung nicht getrennt voneinander betrachten zu können. Keine körperliche Ermüdung ohne geistige Ermüdung und umgekehrt. Die Forscher raten daher Betriebsärzten, außer psychischer Ermüdung auch körperliche Ermüdung in ihre Forschungen miteinzubeziehen.

Das kann zum Beispiel mit dem neuen Fragebogen, den die Wissenschaftler entwickelt haben, erfolgen. Dieser Fragebogen kombiniert die Vorteile vorhandener Fragebogen. Er ist kompakt und anwendungsfreundlich. Die Forscher nennen den Fragebogen schlechthin geeignet, um Arbeitnehmer durchzuleuchten.

Bis jetzt wurden noch wenig Forschungen nach der allgemeinen Annahme, dass Persönlichkeit die Erfahrung von Ermüdung beeinflusst, durchgeführt. Diese Forschung wurde von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) finanziert und gehört zum Prioritätsprogramm Psychische Ermüdung in der Arbeitssituation.

Nähere Informationen bei Dr. Helen Michielsen (Universität Tilburg, Abteilung Psychologie und Gesundheit), Tel. +31 (0)13 4662299, Fax +31 (0)13 4662370, Email: h.j.michielsen@uvt.nl. Ihre Promotion fand am 13. September statt, Promotoren waren Prof. Dr. G.L. van Heck und Prof. Dr. T.M. Willemsen.

Msc Michel Philippens | idw

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