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Fingerabdruck gesunder Spermien erstellt

06.09.2002


Mit "Golden Standard" soll männlicher Fruchtbarkeit auf den Grund gegangen werden

Ein britisch-amerikanisches Forscherteam hat den genetischen Fingerabdruck von fruchtbarem Sperma erstellt. Die Schaffung eines "Golden Standards" ist laut Wissenschaftlern ein großer Schritt für ein besseres Verständnis der männlichen Unfruchtbarkeit. Durch den Vergleich des genetischen Fingerprints mit defektem Sperma könnten neue Diagnosetests zur Feststellung einer Infertilität folgen. Bislang wurden gesunde Spermien an Geschwindigkeit und Aussehen identifiziert.

Mit Hilfe der Microarray-Analyse ermittelten die Forscher 3.000 verschiedene so genannte mRNAs (Messenger RNA) im gesunden Sperma. "mRNAs" sind einzelsträngige Nukleinsäuren, die im Zellkern jeweils komplementär zu einem Strang der DNA-Doppelhelix gebildet (transkribiert) werden. Die "mRNA" transportiert die genetische Information der DNA ins Zytoplasma und dient den Ribosomen als Matrize für die Herstellung eines bestimmten Proteins. Vor ihrer Übersetzung (Translation) in ein Eiweißmolekül durchläuft die mRNA einige Reifungsschritte. Einige der 3.000 "mRNAs" codieren für Proteine, die für die frühe Entwicklung des Embryos wesentlich sind.

Die 3.000 verschiedenen "mRNAs" ermöglichen im Vergleich mit dem Sperma von unfruchtbaren Männern einen genetischen Orientierungswert. Weitere Analysen könnten in der Folge die defekten Gene identifizieren, die zu einer Unfruchbarkeit beitragen. "Es gibt nun einen direkten Beweis dafür, dass Sperma einen molekularen Fingerabdruck trägt. Dieser Fingerabdruck erklärt, was es für gesunde, fruchtbare Spermien benötigt und im weiteren Sinn, was unfruchtbare Spermien fehlt", erklärte David Miller von der University of Leeds. Miller vermutet, dass diese Fingerprints die Aufzeichnungen des gesamten Spermienproduktions-Prozesses beinhalten. Mitunter folgt auch eine Erklärung, welchen Einfluss die Umwelt hat und warum seit den letzten Jahren eine Reduktion der Spermienzahl beobachtet wird.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.leeds.ac.uk

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