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Medikament schaltet Blutverdünnung ein und aus

05.09.2002


Substanzwirkung kann von Gegenmittel neutralisiert werden

Forscher des Duke University Medical Centers in North Carolina haben ein Medikament zur Blutverdünnung entwickelt, das ein- und ausschaltet werden kann. Die Substanz wird von einem Gegenmittel neutralisiert, um im Falle einer Verletzung eine zu starke Blutung zu verhindern. Der Wissenschaftler Christopher Rusconi testet das neue Medikament zurzeit im Tierversuch.

Die Forscher verwendeten für den Modelversuch Heparin, das die Blutgerinnung hemmt und als rasch wirkendes Antikoagulans zur Vorbeugung von Thrombosen und Embolien eingesetzt wird. Heparin wird gewöhnlich Patienten vor Operationen zur Verhinderung von Gefäßverschlüssen verabreicht, da Blut im Kontakt mit Operations-Instrumenten zur Gerinnung neigt. Der Gerinnunggshemmer kann im Einzelfall während und nach Operationen aber zu Blutungen und mitunter zum Tod führen. "Durch die Kontrolle der Medikation mit einem Gegenmittel könnten Mediziner eventuelle Blutungen vor und während operativer Eingriffe besser kontrollieren", erklärte der Seniorautor der Studie Bruce Sullenger.

"Es gibt ein Gegenmittel für die blutgerinnende Wirkung von Heparin. Aber die Substanz wirkt nicht immer und ist schwer zu verabreichen", so Sullenger. Das Team konzentrierte sich auf eine andere Substanzklasse, so genannte Aptamere. Aptamere sind Nukleinsäure-Moleküle, die direkt an ein Zielprotein binden und es blockieren. "Wir haben ein Aptamer entwickelt, das ein für die Blutgerinnung erforderliches Protein blockiert, um daraus ein neues Blutverdünnungspräparat herzustellen", erläuterte Rusconi. Daraufhin entwickelten die Mediziner ein Gegenmittel, das auf das Aptamer abgestimmt den Blutverdünnungsprozess wieder umkehrte.

Die ersten Versuche verliefen erfolgreich. Innerhalb von zehn Minuten konnte das Gegenmittel die Wirkung des Antikoagulans aufheben. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob es das Medikament auch in die klinische Testphase schafft. Sullenger glaubt, dass der Ein- und Ausschaltmechanismus auch in anderen medizinischen Bereichen wie der Onkologie oder der Anästhesiologie Anwendung finden kann.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.mc.duke.edu/index3.htm

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