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"Künstliche Bräune".

04.09.2002


Substanz regt körpereigene Melaninproduktion an

Das australische Biotech-Unternehmen Epitan entwickelt in einem Labor der Monash University "künstliche Bräune". Die Substanz Melanotan mit dem Spitznamen "Barbie Drug" ist ein natürliches Hormon, das nach einmaliger Anwendung makellose Bräune verleihen soll. Melanotan löst die Produktion von Melanin, dem braunen bis schwarzen Pigment aus. Das Pigment bedingt neben der Hautfarbe die Sonnenbräunung.

Versuche mit Hunden sind laut einem BBC-Bericht bereits erfolgreich verlaufen. Hunde sind aber natürlich bedingt für die Substanz empfänglicher als Menschen. Ihr Fell wurde nach der Verbreichung von Melanotan rabenschwarz. Für die Entwickler ist die Substanz aber nicht nur ein Modegag. Melanotan soll einen Schutz vor der australischen Sonne bieten, die die Zahl der Hautkrebserkrankungen jährlich steigen lässt. Die Wirkung beruht auf der Bildung von Melanin, das der Körper selbst bildet und die Bräunung hervorruft. "Melanin ist die körpereigene Sonnencreme", erklärte der leitende Angestellte Wayne Millen von Epitan. Die Tatsache, dass sich durch die Melaninbildung die Haut bräunt, ist sicherlich eine ansehnliche Nebenwirkung, wichtig ist aber, dass dadurch ein Schutzmechanismus ausgelöst wird.

Die Entwicklung von Melanotan hat bis dato zehn Mio. Dollar gekostet, mit weiteren 70 Mio. Dollar, das Zulassungsprozedere inbegriffen, ist zu rechnen. Melanotan wird 2005 auf den Markt kommen, dann soll die Substanz unter die Haut implantiert werden. Eine 30-Tagesdosis soll den Entwicklern zufolge rund 100 Dollar kosten, eine einmal jährliche Dosis sollte aber ausreichen. Idealerweise wird Melanotan beim Dermatologen erhältlich sein.

Melanotan ist speziell für den australischen Markt interessant. Rund 500 Mio. Dollar werden jährlich für medizinische Hautbehandlungen ausgegeben. Erste Versuchskandidaten sind mit der Wirkung der Substanz zufrieden. "Melanotan wirkt schnell, verleiht eine Rundumbräune und erspart viel Arbeit", erklärte Simon Jenner, der an der ersten klinischen Studie teilnahm. Ende 2003 startet Melanotan in die dritte Versuchsphase.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.monash.edu.au

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