Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachhaltige Energiesysteme für Gemeinden

29.08.2002


Forschungskapazität der österreichischen Montanuniversität Leoben steckt hinter einem millionenschweren EU-Projekt, das sich mit der Entwicklung und Installierung von "energieautarken" Gemeinden und Regionen befasst.

Gegensätzliche Gemeindetypen wie beispielsweise ländliche Gemeinden und Regionen der Steiermark über Inseln wie Mallorca bis hin zu schwach entwickelten Gebieten mit Strukturproblemen wie die Region um Nagylak in Ungarn zu Energie-Selbstversorgern zu machen, ist das Ziel des EU-Projektes SESCO (Substainable Energy Systems for Communities).

Das Projekt läuft im 5. EU-Forschungsprogramm "Energie, Umwelt und Nachhaltige Entwicklung" unter dem Schwerpunkt "Zukunftsfähige Gemeinden". Das Projektvolumen inklusive Demoanlagen umfasst 20 Millionen Euro, wobei sich der EU-Förderbeitrag für die steirischen Partner auf rund 4,2 Mio. Euro beläuft. Dies entspricht etwa zehn bis zwölf hochqualifizierten Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von 5 Jahren.

Forschungspartner Montanuniversität

Als Projektkoordinator und Forschungspartner fungiert die Abteilung für Technische Ökosystemanalyse an der Montanuniversität Leoben unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Jürgen Wolfbauer. Projektleiter ist Dr. Hans Kürzl, der auch die steirische Gemeinden Stallhofen sowie die Region Sulmtal/Koralpe für die Projektidee gewinnen konnte. Partner aus der Wirtschaft sind unter anderem die "nopro GmbH" in Katsch an der Mur, das "Technische Büro Schneider" in Trofaiach sowie die "Wagner GmbH" in Stallhofen.

Energieautarke Gemeinden

Zu den Zielvorgaben zählt die Installierung von Multipartner-Netzwerken mit lokalen Behörden, Energieversorgungsunternehmen, Gewerbetreibenden, Verbrauchern etc. über die Optimierung des "erneuerbaren Anteils" am Gesamtenergieverbrauch bis hin zur Ökologisierung der Einspeistarife im liberalisierten Markt. Ziel ist die tatsächlich "energieautarke Gemeinde".

Regionalspezifische Lösungen

Liegen die Projekterkenntnisse in Stallhofen beispielsweise in der Etablierung einer "Demo-Anlage" für lokale Energieversorgung auf Basis einer Hackschnitzelheizung und einer Biogasanlage, so sind die Zielsetzungen im Bereich Sulmtal/Koralpe die Einrichtung eines Trinkwasserkraftwerks und eines Holzgas-Blockheizwerkes. Für die Fallstudie einer typischen Mittelmeerinsel mit touristischer Ausrichtung am Beispiel Mallorcas ergibt sich die Biodieselerzeugung aus Biomasse und die Nutzung des Solarenergieangebots. Die erste Modellanlage auf Mallorca wird in der zweiten Septemberwoche installiert. Für Nagylak in Ungarn ist die Energieversorgung auf Basis von Biomasse für kommunale Einrichtungen, Haushalte und Industriebetriebe und die Restrukturierung von Industrieanlagen (Hanfplattenproduktion) vorgesehen.

Weitere Informationen
Abteilung für Technische Ökosystemanalyse der Montanuniversität Leoben, Dr. Hans Kürzl, Tel. 03842 402-853, E-Mail: ironcurt@unileoben.ac.at

Mag. Thomas Winkler | idw

Weitere Berichte zu: Energieversorgung Ökosystemanalyse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden
26.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie