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Acrylamid-Forschung auf gutem Wege

29.08.2002

Anlässlich der BgVV-Informationsveranstaltung zu Acrylamid in Berlin wies der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL), Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, auf verschiedene von der Lebensmittelwirtschaft initiierte Forschungsvorhaben hin. Sie seien ein Beitrag zur Klärung der offenen Fragen zu Acrylamid, seinem Entstehen, der toxikologischen Bewertung, Reduktionsmöglichkeiten und auch der Analytik. "Damit wird die Lebensmittelwirtschaft", so Prof. Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des BLL, "ihrer Verantwortung in vorbildlicher Weise gerecht, ebenso wie mit den zum Teil schon erfolgreichen Bemühungen von Unternehmen durch Veränderung von Produktionsverfahren zu einer Reduzierung des Acrylamid-Gehaltes zu gelangen." Gemeinsam mit Wissenschaft und Behörden werde sie weiterhin große Anstrengungen unternehmen, um ohne Zeitverzögerung zu wissenschaftlich abgesicherten Ergebnissen zu gelangen. Notwendig sei ein auf EU-Ebene und international abgestimmtes Vorgehen.

Hingegen kritisierte der BLL die Empfehlung des BgVV zur Festlegung eines sogenannten Aktionswertes. Prof. Horst: "Ein Wert, der - wie auch das BgVV einräumt - toxikologisch nicht begründbar ist und die Aufnahme von Acrylamid durch die häusliche Zubereitung nicht berücksichtigt, trägt nicht ansatzweise zur Lösung bei. Vielmehr werden Erwartungen geweckt, die nicht einzuhalten sind; Fehlinterpretationen sind vorprogrammiert. Richtig ist, dass ein solcher Wert keine Auswirkung auf die Verkehrsfähigkeit der Lebensmittel hat." Allenfalls könne er als "Signal" verstanden werden, um zu erkennen, welche Produktgruppen mit Vorrang zu behandeln sind. Dieses Verständnis müsse gegenüber Öffentlichkeit, Marktbeteiligten und Behörden unzweideutig kommuniziert werden.

Dr. Oliver Mellenthin | ots
Weitere Informationen:
http://www.bll-online.de

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