Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Glasfaser zum Südpol

22.08.2002


USA wollen Forschungsergebnisse per Breitband übertagen

Die USA wollen das Internet nun auch in die entferntesten Regionen der Erde bringen. Wie die BBC berichtet, plant die National Science Foundation eine 1670 Kilometer lange Leitung über das Inlandeis der Antarktis zu legen, um eine permanente Breitbandverbindung zu ermöglichen. Der Südpol ist der einzige ständige besiedelte Punkt der Erde, der nicht von geostationären Nachrichtensatelliten abgedeckt wird. Wegen der tiefen Temperaturen und der Bewegung des Eises sind bei Verlegung des Kabels große technische Schwierigkeiten zu überwinden. Das Projekt soll bis 2009 vollendet werden.

Die American National Science Foundation hat jetzt für das Projekt eine Ausschreibung herausgegeben. Die Kosten für die Verlegung der Kabelstrecke werden mit rund 250 Mio. Dollar angenommen. Das Kabel soll nach den Plänen der US-Wissenschaftler vom Südpol über das zentrale Plateau des Kontinentes zur französischen Station Concordia auf 75 Grad südlicher Breite, die über eine permanente Sichtverbindung mit geostationären Satelliten verfügt, gelegt werden.

Das Plateau ist im Durchschnitt 3.000 Meter über dem Meeresspiegel, das Inlandeis ist eben, manchmal von tiefen Spalten durchzogen, rund vier Kilometer dick und fließt mehrere Meter im Jahr. Das Kabel soll im Eis verlegt werden, wo es ständig einer Temperatur von rund minus 50 Grad ausgesetzt ist. Trotz der tiefen Temperatur muss das Kabel elastisch genug sein, um die Fließbewegung des Eises auszugleichen. Selbst der Transport des Kabels über das Eis stellt ein großes Problem dar, da die vorhandenen Schlepper mit einer Zugkraft von rund 27 Tonnen wahrscheinlich zu schwach sind. Die Arbeiten für die Verlegung könnten ausschließlich während des antarktischen Sommers durchgeführt werden.

Bisher mussten sich die Wissenschafter am Südpol bei der Kommunikation mit ihren Kollegen in anderen Teilen der Welt mit Satelliten behelfen, die entweder aus ihrer ursprünglichen Umlaufbahn in einen irregulären Orbit gedriftet sind oder die den Pol überfliegen. In beiden Fällen sind die Kommunikationsfenster nur sehr kurz. Eine direkte Glasfaseranbindung würde dagegen zum ersten Mal auch einen ungehinderten Telefonkontakt mit der Südpolstation ermöglichen. Was auch die medizinische Versorgung der Wissenschafter auf diesem entlegenen Außenposten verbessern würde.

Dominik Schebach | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.bbc.co.uk
http://www.nsf.gov

Weitere Berichte zu: Inlandeis Kabel Südpol Temperatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik