Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uterus-Transplantat ermöglicht Lebendgeburt

21.08.2002


Schwedische Forscher: Einsatz bei Menschen in zwei Jahren

Forschern der Sahlgrenska Akademie an der Universität von Göteborg ist erstmals eine Lebendgeburt aus einem Uterus-Transplantat gelungen. Das schwedische Team unter der Leitung von Mats Brännström pflanzten einen Arm des V-förmigen Uterus einer Maus in den Unterleib einer anderen Maus, im Speziellen entlang der bestehenden Gebärmutter. Obwohl es noch einiger Forschung bedarf, rechnen Experten mit einem ähnlichen Verfahren für den Menschen in rund zwei Jahren, berichtet das Fachblatt New Scientist.

Die Forscher implantierten den Uterusteil, indem sie ihn mit der Blutversorgung der Empfängermaus verbanden. Einige Tage später zeigte sich, dass der Blutfluss in beiden Organen ähnlich war. In der Folge wurden in jeden Uterus drei befruchtete Embryonen eingepflanzt. Im Spenderorgan entwickelte sich eines von drei Embryonen, im natürlichen Uterus entwickelten sich alle drei Embryonen zu einem gesunden Fötus. Nach 13 Tagen (zwei Drittel der Schwangerschaftsdauer) wurde das Experiment aufgrund von ethischen Restriktionen beendet.

"Gewicht und Größe der Föten waren im natürlichen und implantierten Uterus ähnlich", erklärte Brännström. John Mills von der British Fertility Society kommentierte die Ergebnisse: "Bei Menschen besteht das Problem der Abstoßung." Bislang verliefen Uterus-Transplantationen bei Menschen erfolglos. Einzig im April 2000 war ein Versuch in Saudi Arabien für 99 Tage von Erfolg gekrönt. Der Versuch scheiterte, da verstopfte Gefäße die Blutversorgung der Organe stoppten. Brännström rechnet dennoch mit der ersten Schwangerschaft durch ein Uterus-Transplantat innerhalb von zwei Jahren.

"Der Uterus ist ein Muskelgewebe, daher ist eine Transplantation nicht schwierig. Dieses Experiment funktionierte, da wir das Gefäßystem des zu implantierenden Uterus dirket mit der bestehenden Blutversorgung verbunden haben", so Brännström weiter. Mäuse haben ein extrem kompliziertes Gefäßsystem. Der Durchmesser der Gefäße beträgt weniger als einen Millimeter. "Aufgrund des größeren Gefäßsystems bei Menschen ist hier ein Eingriff wesentlich einfacher. Wir haben bereits invitro-Untersuchungen mit menschlichem Gewebe begonnen, um mehr über Abstoßung und andere Faktoren, wie lange zum Beispiel ein Spender-Uterus außerhalb des Körpers überlebt, zu lernen", ergänzte der Forscher.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.sahlgrenska.gu.se/index_eng.html
http://www.gu.se/English/default.html
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Blutversorgung Embryo Lebendgeburt Uterus Uterus-Transplantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik