Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschlands leistungsstärkster Supercomputer für das Forschungszentrum Jülich

16.08.2002


Ihre Unterschrift unter das Vertragswerk setzten (2.v.l.n.r.): Francis Kuhlen (IBM), Prof. Dr. Joachim Treusch, Prof. Dr. Richard Wagner (beide Forschungszentrum Jülich) und Dr. Ulla Thiel (IBM); links: Michael Woydich (IBM). Über den Vertragsabschluss freuen sich (dahinter stehend v.l.n.r.) Gerd Michelsen, Dietmar Erwin, Betty Vincken, Prof. Dr. Friedel Hoßfeld und Dr. Burkhard Mertens (Forschungszentrum Jülich).

Foto: Forschungszentrum Jülich


So wird die neue Halle aussehen, die demnächst an das Zentralinstitut für Angewandte Mathematik angebaut und den neuen IBM-Superrechner beherbergen wird.

Grafik: Forschungszentrum Jülich


Jülich/Armonk. - Das Forschungszentrum Jülich und IBM haben einen Vertrag über die Lieferung und Installation eines IBM-Supercomputers im Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM) unterzeichnet. Der neue Supercomputer basiert auf IBM POWER4-Mikroprozessor-Technologie und wird eine Spitzenleistung von 5,8 TFLOPS (5,8 Tausend Milliarden Berechnungen pro Sekunde) erreichen.

... mehr zu:
»Computing »NIC »Supercomputer »ZAM

Im praktischen Einsatz wird der Computer den Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und des John von Neumann-Instituts für Computing (NIC), einem der nationalen Supercomputer-Zentren, mehr als das Dreizehnfache der gegenwärtig verfügbaren Leistung zur Verfügung stellen. Der neue Supercomputer wird im Sommer 2003 in einem neuen Gebäude installiert und die gegenwärtigen Systeme ersetzen.

"Mit dem neuen System wird das ZAM erneut den schnellsten Supercomputer in Deutschland betreiben und weltweit seine führende Position in ausgewählten Bereichen des High Performance Computing (HPC) ausbauen. Dies ermöglicht dem ZAM, seiner Rolle als Pionier im High Performance Computing in Deutschland gerecht zu werden und als Kompetenzzentrum für wissenschaftliches Höchstleistungsrechnen für Wissenschaft und Forschung, Lehre und Ausbildung, Industrie und Wirtschaft weiter an Attraktivität zu gewinnen", sagt Professor Friedel Hoßfeld, langjähriger Direktor des ZAM am Forschungszentrum Jülich GmbH.


Der neue Supercomputer wird vom Forschungszentrum Jülich und vom NIC zur Lösung wissenschaftlicher Problemstellungen in Physik, Chemie, Lebenswissenschaften und Umweltforschung eingesetzt.

Die Festkörperforschung ist ein herausragendes Beispiel für die breite Palette wissenschaftlicher Gebiete, in denen am Forschungszentrum Jülich gearbeitet wird. Dieses Gebiet schließt die Analyse von Nano-Magneten ein, das sind komplexe magnetische Strukturen in Molekül- und Atomgröße. Da magneto-elektronische Systeme fortlaufend weiter miniaturisiert werden, wird dieses Forschungsgebiet zunehmend bedeutender. Unter Zuhilfenahme massiv-paralleler Berechnungsmethoden, die am Forschungszentrum Jülich entwickelt wurden, sind neue magnetische Zustände entdeckt worden, die mit konventionellen Modellen nicht erklärt werden können.

"Der neue Supercomputer wird es ermöglichen, Modelle einer Größenordnung zu berechnen, wie sie bisher nicht in einem zeitlich vertretbaren Rahmen berechnet werden konnten. Deswegen leistet der Supercomputer einen unverzichtbaren Beitrag zur Lösung komplexer wissenschaftlicher Probleme" sagt Dr. Ulla Thiel, Direktorin Scientific & Technical Computing, IBM Europa.

Das ZAM und das IBM Deutschland Entwicklungslabor Böblingen arbeiten darüber hinaus zusammen, um eine optimale Einbindung des neuen HPC-Systems in das UNICORE-Grid zu erreichen. Diese Grid-Technologie verbindet bereits die nationalen Supercomputer-Zentren in Deutschland. Die Schaffung europaweiter Verbindungen ist in Vorbereitung und wird den neuen IBM Supercomputer mit einschließen.

Über das Forschungszentrum Jülich
Das Forschungszentrum Jülich ist eines der 15 Helmholtz-Zentren in Deutschland. 4200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter widmen sich in einer der größten Forschungseinrichtungen in Europa der Erforschung aktueller gesellschaftsrelevanter Themen. In Jülich arbeiten Wissenschaftler der Disziplinen Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften in den Bereichen Materie, Energie, Information, Leben und Umwelt eng zusammen. Langfristige, grundlagenorientierte Beiträge zu Naturwissenschaft und Technik werden ebenso erarbeitet wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie.


Über das John von Neumann-Institut für Computing
Das John von Neumann-Institut für Computing (NIC) ist eines der nationalen Höchstleistungrechenzentren; es stellt Supercomputer-Leistung für Projekte aus Wissenschaft, Forschung und Industrie zur Verfügung. Die Höchstleistungsrechner für das NIC werden zusammen mit der notwendigen Infrastruktur (Datenspeicher, Netzwerke, Software) vom Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM) in Jülich betrieben. Supercomputer-orientierte Forschung und Entwicklung auf ausgewählten Gebieten der Physik und anderer Naturwissenschaften wird durch NIC-Forschungsgruppen durchgeführt. Derzeit sind Gruppen für Elementarteilchenphysik und Komplexe Systeme eingerichtet. Das NIC ist aktiv in der Aus- und Weiterbildung im Höchstleistungsrechnen durch Symposien, Workshops, Sommerschulen, Seminare und Kurse.

Um die hohe Leistungsfähigkeit moderner Supercomputer-Hardware beim Lösen wissenschaftlich-technischer Fragestellungen voll ausnutzen zu können, ist es unverzichtbar, geeignete Algorithmen und Methoden zu entwickeln und einzusetzen, effiziente numerischer und nichtnumerischer Verfahren zu nutzen, diese in parallele Programme umzusetzen und die Ergebnisse so darzustellen, dass sie der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit angepasst sind. Für diese hoch interdisziplinären Aufgabe bietet das NIC seit vielen Jahren eine leistungsfähige Struktur, die die vielen Wissenschaftler in den deutschlandweiten Projekten, die NIC-Forschungsgruppen, die Mathematiker und Informatiker im ZAM zu einem Kompetenznetzwerk verbindet.

Über IBM
IBM ist einer der weltweit größten Anbieter im Bereich Informationstechnologie (Hardware, Software und Services) und weltweit einer der führenden Anbieter in HPC-Lösungen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 310.000 Mitarbeiter und ist in über 160 Ländern aktiv. IBM und Partner bieten ihren Kunden die komplette Produktpalette an fortschrittlicher Informationstechnologie an: Von der Hardware, Software über Dienstleistungen und komplexen Anwendungslösungen bis hin zu Outsourcing-Projekten und Weiterbildungsangeboten. 

Peter Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/
http://www.ibm.com/de

Weitere Berichte zu: Computing NIC Supercomputer ZAM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie