Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreicher Kampf dem Dieselruß

14.08.2002


Neue an der österreichischen Montanuni Leoben entwickelte Computermodelle erlauben die Simulation von Diesel-Partikelfiltern


Mit der Verhinderung der durch Diesel-Fahrzeuge verursachten Staubbelastung beschäftigt sich das österreichische Christian-Doppler-Labor für Rechnergestützte Angewandte Thermofluiddynamik an der Montanuniversität Leoben. Die EU unterstützt die Forschung.


Wie jüngste Untersuchungen der Luftgüte in der steirischen Hauptstadt Graz gezeigt haben, sind Emissionen aus Diesel-Fahrzeugen die Hauptbestandteile von Feinstaub in der Luft. Der Verminderung des Dieselrußes hat sich das Christian-Doppler-Labor für Rechnergestützte Angewandte Thermofluiddynamik an der österreichischen Montanuniversität Leoben verschrieben.

Die von der EU unterstützten Forschungen gelten der Entwicklung von Partikelfiltern in Dieselmotoren. Ziel ist es, so Laborleiter Professor Wilhelm Brandstätter, "dass die Abgassysteme von Dieselmotoren die neuen strengen EU-Richtlinien ’Euro IV’ erfüllen, die ab 2005 gelten werden". Der Leobener Wissenschaftler gibt sich optimistisch, "denn die heute verfügbaren Partikelfilter schaffen es bereits, mindestens 99 Prozent der im Dieselruß enthaltenen Feinpartikel zu filtern".


Neue am Leobener Labor entwickelte Berechnungsverfahren gestatten es ferner, die im Inneren des Filtermaterials ablaufenden physikalischen Prozesse detailgenau zu studieren. Derzeit am Markt befindliche Partikelfilter sind zwar ebenso wirkungsvoll, aber sehr teuer. Mit Hilfe von Computersimulationen sollen nun neue Materialien gefunden werden, die einen ähnlich herausragenden Filtereffekt zu wesentlich geringeren Kosten bieten.

Europaweite Forschungsprojekte

Die Ergebnisse der beinahe abgeschlossenen Forschungen stützen sich auf europaweite wissenschaftliche Bemühungen, die im Rahmen des EU-Clusters DEXA (Diesel Exhaust Aftertreatment) geleistet wurden. Acht industrielle Partner, vier Forschungseinrichtungen sowie drei Universitäten arbeiten in diesem Cluster zusammen.

Professor Brandstätter denkt mit seinem Team bereits über die kommende strenge Abgas-Richtlinie hinaus. Sein Labor ist auch an dem Projekt "IMITEC" (Integrated Material and Information Technologies for Novel Emission Control Systems) beteiligt, bei dem die Leobener an der nächsten Generation von Abgassensoren und der dazu gehörigen Software für die Motorsteuerung forschen. Weitere Partner sind "Aerosol and Particle Technology Laboratory" (Griechenland), AVL List GmbH (Graz), Robert Bosch GmbH (Deutschland), Johnson Matthey PLC (England) und Centro Ricerche Fiat (Italien).

Die EU finanziert die Forschungsarbeiten mit 4,4 Millionen Euro, wobei sich der Förderungsanteil für das Leobener CD-Labor auf rund 1,3 Millionen Euro beläuft.

Weitere Informationen:
Ao. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Brandstätter, Christian-Doppler-Labor für Angewandte Thermofluiddynamik an der Montanuniversität Leoben, Tel. 03842 402-9940, E-Mail: sekcdfd@unileoben.ac.at

Mag. Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://gcw05.unileoben.ac.at/

Weitere Berichte zu: Dieselruß Thermofluiddynamik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie