Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biodiversitätsforschung: DFG beteiligt sich an bundesweiter Kampagne zum Schutz der Artenvielfalt

09.08.2002


Der Schutz der Vielfalt von Arten und Lebensräumen steht im Mittelpunkt der vom 1. Januar bis 31. Dezember dieses Jahres laufenden Kampagne "Leben braucht Vielfalt" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt sich an der Initiative mit einer Internet-Darstellung des von ihr geförderten interdisziplinären Projekts "Bodenkundliche, geobotanische und pflanzenphysiologische Grundlagen einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Munessa-Waldes, Äthiopien".

Das Projekt ist an der Universität Bayreuth angesiedelt und wird auf der DFG-Homepage vorgestellt.

Ziel der Bayreuther Wissenschaftler ist es, zusammen mit äthiopischen Kollegen am Beispiel des Munessa-Waldes in Südost-Äthiopien Prozesse der Waldzerstörung und des Waldumbaus zu untersuchen. Dazu werden sowohl Restbestände des ursprünglichen Waldes als auch Flächen erfasst, die plantagenartig wieder aufgeforstet wurden. Im Verlauf des Projekts soll ein Handbuch ("Manual") erstellt werden, das der einheimischen Bevölkerung hilft, den Zustand des Waldes mittels einfach zu handhabender Kriterien zu bewerten und auf dieser Basis das Gebiet nachhaltig zu bewirtschaften.

Die Darstellung des seit dem Jahr 2000 geförderten Projekts im Internet ist in enger Kooperation zwischen den beteiligten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und der DFG-Geschäftsstelle entstanden. Zahlreiche Bilder und wissenschaftliche Erklärungen veranschaulichen, wie die Bevölkerung Südost-Äthiopiens in ihrer alltäglichen Lebensgestaltung auf die heimische Artenvielfalt angewiesen ist, von der Landwirtschaft über die Herstellung von Gebrauchswerkzeugen bis hin zum Bauwesen.

Die DFG unterstützt die Ziele der Biodiversitätskampagne "Leben braucht Vielfalt" mit einer breiten Förderung der Grundlagenforschung in unterschiedlichen Disziplinen. Auf diese Weise leistet sie einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Verständnis verschiedener Biodiversitätsaspekte und deren Bedeutung für den Menschen. So gehen beispielsweise im Schwerpunktprogramm "Radiationen Ó Genese biologischer Diversität" einunddreißig Forschergruppen der Frage nach, wie aus einzelnen Tier- und Pflanzenarten innerhalb geologisch kurzer Zeit ganze Gruppen von neuen Arten entstehen. Die Forschergruppe "The role of biodiversity for element cycling and trophic interactions: an experimental approach in a grassland community" untersucht seit dem vergangenen Jahr den Zusammenhang zwischen Pflanzendiversität und Ökosystemprozessen. Schwerpunkte bilden Untersuchungen von Elementkreisläufen und die Nahrungsbeziehungen zwischen verschiedenen Organismengruppen. Der Sonderforschungsbereich "Landnutzungskonzepte für periphere Regionen" widmet sich der Entwicklung einer Methodik zur Erarbeitung und Bewertung von ökonomisch und ökologisch nachhaltigen regionalen Nutzungskonzepten.

Die Aktion "Leben braucht Vielfalt" wurde anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der UN-Konferenz für Umwelt und nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro vom Bundesumweltministerium, dem Bundesamt für Naturschutz und verschiedenen Naturschutzverbänden ins Leben gerufen. Bislang sind bereits einige Hundert Initiativen von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaftsförderung und anderen gesellschaftlichen Bereichen realisiert worden. Darunter fallen Informationsveranstaltungen, Exkursionen, Konferenzen, Zeitschriftenbeiträge, Ausstellungen, Filme, Konzerte, Wettbewerbe, Fragebogenaktionen und andere. Die Kampagnenbeiträge sollen helfen, in der Öffentlichkeit Interesse für die Ziele der Agenda 21 zum Schutz der Artenvielfalt ("Biodiversitätskonvention") zu wecken, die auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vom 26. August bis 4. September 2002 in Johannesburg, Südafrika, erneut zur Verhandlung stehen.

Fachliche Auskünfte zu DFG-geförderten Projekten erteilt Dr. Roswitha Schönwitz, Geschäftsstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Tel.: (0228) 885-2362, E-Mail: roswitha.schoenwitz@dfg.de.

Fragen zur Darstellung des Projekts im Internet beantwortet Katja Heydegger, DFG, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (0228) 885-2196, E-Mail: katja.heydegger@dfg.de.

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/biodiversitaet/

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt Biodiversitätsforschung Naturschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie