Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sozialpsychologen erforschen Rolle spontaner Assoziationen bei Bundestagswahl

25.07.2002


Für die empirische Erhebung unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Fiedler und Prof. Dr. Michaela Wänke werden noch Teilnehmer gesucht - Alle Interessierten nehmen anonym an der Untersuchung im Internet teil

Welche Rolle spielen spontane Assoziationen bei der Bundestagswahl 2002? Sozialpsychologen der Universität Heidelberg erforschen im Rahmen einer Felduntersuchung den Einfluss spontaner, wenig kontrollierbarer Assoziationen auf das Wahlergebnis der Bundestagswahl im kommenden September.

Wahlergebnisse werden in aller Regel mit Hochspannung erwartet. Schon Monate vor den eigentlichen Wahlterminen versuchen Umfrageforscher mit diversen Messinstrumenten den Wählern ihre voraussichtlichen Präferenzen zu entlocken. Solche Ergebnisse sind nicht nur abhängig von der gezogenen Stichprobe, sondern auch von der Art der eingesetzten Umfrageinstrumente, das heißt den in aller Regel explizit gestellten Fragen, nach der bekannten Art: "Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre ...".

Eine völlig neue Art der Einstellungsmessung stellt der so genannte Implizite Assoziationstest (IAT) dar - ein Verfahren nach Anthony Greenwald (University of Washington), das auf der Messung von Reaktionszeiten basiert und in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit unter Psychologen erfahren hat. In der bisherigen Forschung hat sich dieses Verfahren als guter Prädiktor für spontanes und unkontrolliertes Verhalten erwiesen, etwa bei der Produktwahl im Bereich der Marktforschung.

Gegenstand der umfassend angelegten Studie ist die Aufdeckung des Zusammenhangs von spontanen, reaktionszeit-basierten Partei-Bewertungen und explizit berichteten Einstellungen gegenüber den fünf großen, an der Bundestagswahl teilnehmenden Parteien. Dabei gilt das Interesse ebenso der Frage, ob der Implizite Assoziationstest eine Rolle bei der Vorhersage auch so wichtiger Entscheidungen wie einer politischen Wahl spielen kann. Alle Interessierten nehmen anonym an der Untersuchung im Internet teil. Diese findet in einer ersten Phase von Juli bis zur Bundestagswahl und in einer zweiten Phase unmittelbar nach der Wahl Ende September 2002 statt.

Die Studie wird durchgeführt von Leibnizpreisträger Prof. Dr. Klaus Fiedler am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Michaela Wänke (Psychologisches Institut der Universität Basel). Die Ergebnisse werden das Verständnis von impliziten und expliziten Einstellungsmaßen erweitern und gegebenenfalls zur Verbesserung von Wahlprognosen beitragen. Für die empirische Erhebung werden noch Teilnehmer gesucht. Bei Interesse kann die Untersuchung im Internet durchgeführt werden.

Rückfragen bitte an:

Prof. Dr. Klaus Fiedler


Psychologisches Institut
der Universität Heidelberg
Tel. 06221 547270

klaus.fiedler@psychologie.uni-heidelberg.de



Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://knut.psi.uni-heidelberg.de/btw/

Weitere Berichte zu: Assoziation Bundestagswahl Sozialpsychologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften