Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krawallmacher oder Konsumenten?

25.07.2002


Ein Forschungsprojekt der Universität Hannover untersucht die Rolle von Jugendlichen im öffentlichen Raum

Ein wogendes Feld von 2700 Luftballons verwandelte am Samstag, den 20. Juli 2002 die Atmosphäre auf dem sonst eher tristen Raschplatz in Hannovers City. Neugierige Jugendliche ließen die Ballons fliegen, pflückten sie wie Blumen oder nahmen sie mit. "Die Aktion hat den Platz leicht und freundlich gemacht und die Reaktionen der Jugendlichen waren durchweg positiv", so Prof. Hille von Seggern, eine der Initiatorinnen des Projektes.
Die Installation am Raschplatz war indes nur ein Teil des Forschungsprojektes "Zur Aneignung und Nutzung urbaner öffentlicher Räume durch Jugendliche". Insgesamt sechs unterschiedliche Orte in Hannover - Plätze, Parks, Straßen, Brachen - haben die Wissenschaftlerinnen vom Institut für Freiraumentwicklung und Planungsbezogene Soziologie an der Universität Hannover sechs Monate systematisch beobachtet und dann experimentell mit Angeboten für die Jugendlichen verändert. "Wir wollten erst wissen, was die Jugendlichen machen, was gut ist, was schlecht ist an der örtlichen Situation, damit wir mit unseren Veränderungen auch die richtige Stimmung treffen", erläutert Prof. Hille von Seggern, die zusammen mit Prof. Ulfert Herlyn das Projekt leitet. So wurden nach Expertengesprächen aus 126 Plätzen sechs verschiedene ausgewählt und ein halbes Jahr systematisch beobachtet. Dabei wurde schnell klar: Die Jugendlichen sind besser als ihr Ruf - so registrierten die Beobachter nur etwa bei einem Prozent der jungen Leute am Vahrenwalder Park ein "zerstörungsbetontes Verhalten". "Wir haben allerdings auch Orte ausgewählt, die nicht von vornherein als konfliktbelastet gelten", betont von Seggern. Wertschätzung der Jugendlichen und Toleranz auf seiten der Erwachsenen fehle statt dessen oft: "Jugendliche sind oft nur als Konsumenten erwünscht - fallen sie auf, gelten sie schnell als Krawallmacher."

Nach der Beobachtungsphase begann im Sommer dieses Jahres die Phase der Experimente - die Räume wurden verändert und die Wissenschaftler beobachteten, wie die Jugendlichen reagierten. "Bisher durchweg positiv", berichtet Hille von Seggern. Ob Trommeln auf Ölfässern an der Brache am Südbahnhof, Sichtschutz und Sonnensegel zum Selberaufstellen im Vahrenwalder Park - bereits kleine Veränderungen reichten aus, um die Stimmung der Plätze positiv zu verändern.

Die Ergebnisse der Experimente und der ausführlichen Beobachtungen werden ausgewertet und in raumbezogenen Entwürfen und allgemeinen Empfehlungen münden, wie öffentliche Räume für Jugendliche attraktiver gestaltet werden können.

Dipl.Geogr. Stefanie Beier | idw

Weitere Berichte zu: Konsument Krawallmacher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie