Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autismus: Gehirn wächst zu früh

23.07.2002


Hirnvolumen bei autistischen Kindern zwischen drei und vier Jahren um zehn Prozent größer

Bei autistischen Kindern wächst das Gehirn in den ersten Lebensjahren stärker als bei gleichaltrigen, gesunden Altersgenossen. Das Gehirnvolumen nimmt aber im Alter von zwölf Jahren wieder leicht ab. Dies sind die Ergebnisse zweier Studien der University of Washington School of Medicine in Seattle. Mit Hilfe der Kernspinresonanztomographie (MRI) wurde das Gehirnvolumen von Kindern mit Autismus und einer Kontrollgruppe analysiert. Über die Ergebnisse berichten die Forscher um Stephen R. Dager von der University of Washington im Fachmagazin Neurology.

In der ersten Studie wurde festgestellt, dass das Gehirn von autistischen Kindern im Alter zwischen drei und vier Jahren um rund zehn Prozent größer ist als bei Kindern mit einer normalen Entwicklung des Gehirns bzw. von Kindern mit einer verzögerten Hirnentwicklung. "Die Studie zeigt, dass das anormale Gehirnwachstum bei autistischen Kindern sehr früh auftritt", erläuterte Dager. Um die Gründe des abnormalen Gehirnwachstums und den Fortschritt der autistischen Störung zu verfolgen, wollen die Forscher die Gehirne der selben Kinder im Alter zwischen sechs und sieben Jahren erneut mit dem bildgebenden Verfahren untersuchen.

In der zweiten Studie untersuchten Forscher der selben Uni unter der Leitung von Elizabeth Aylward das Hirnvolumen und den Kopfumfang von 67 Autisten und 83 gesunden Kontrollpersonen im Alter zwischen acht und 46 Jahren. Bei den autistischen Kindern unter zwölf Jahren war das Gehirnvolumen im Durchschnitt um fünf Prozent größer. Ab einem Alter von zwölf Jahren waren die Unterschiede im Hirnvolumen unwesentlich. Der Kopfumfang der autistischen Patienten war aber um ein bis zwei Prozent größer. "Der größere Kopfumfang bei autistischen Kindern und Erwachsenen lässt erneut vermuten, dass bei autistischen Kindern das Gehirn in frühen Jahren schneller wächst", so Aylward. Die Forscherin geht davon aus, dass das stärkere Hirnwachstum autistischer Kinder Anzeichen für eine erhöhte Zahl von Nervenzellen ist. Diese sollen vorzeitig Nervenverknüpfungen (Synapsen) ausbilden.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu/medical/som
http://www.neurology.org

Weitere Berichte zu: Autismus Gehirnvolumen Gehirnwachstum Kopfumfang

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie