Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Persönlichkeitskonferenz: Genies denken im Energiesparmodus

23.07.2002


Von der 11. Europäischen Konferenz zur Persönlichkeit an der Universität Jena

Weniger ist oft mehr. Diese Erkenntnis gilt auch für die Aktivierung unseres Gehirns beim Lösen von Denkaufgaben. Auf der 11. Europäischen Konferenz zur Persönlichkeit an der Universität Jena stellte der Grazer Psychologieprofessor Aljoscha Neubauer seine Forschungsergebnisse zur Aktivierung des Gehirns beim Lösen von Problemen vor.

Auf der Suche nach biologischen Erklärungen von Intelligenzunterschieden zwischen Menschen untersuchte Neubauer mit aufwendigen Verfahren die Gehirnaktivität. Mittels bildgebender Verfahren (EEG) konnte in einer Reihe von Studien gezeigt werden, dass intelligentere Menschen bei der Bearbeitung zum Beispiel von Rechenaufgaben ihr Gehirn insgesamt weniger aktivieren müssen als weniger Begabte. Denn sie sind in der Lage, nur die Teile des Gehirns zu verwenden, die für die jeweilige Aufgabenstellung wirklich gebraucht werden. Dies ermöglicht den geistig Leistungsfähigeren eine bessere Nutzung der Energieressourcen des Gehirns. Dieses Phänomen wird auch als "Neurale Effizienz" bezeichnet.

Aktuell geht Neubauers Arbeitsgruppe der Frage nach, ob sich Neurale Effizienz auch in Abhängigkeit von der Schwierigkeit der Aufgabe verändert. Zudem haben die Neuropsychologen die Gehirnaktivierung von Männern und Frauen verglichen. Ein überraschendes Ergebnis: Nur klügere und weniger kluge Männer unterschieden sich wie erwartet in ihrer Gehirnaktivierung. Bei den Frauen, die im Schnitt gleich intelligent wie die Männer waren, konnten zwischen den klügeren und ihren weniger klugen Geschlechtsgenossinnen kaum Unterschiede im Ausmaß der Gehirnaktivierung beobachtet werden.

Die Frage nach den biologischen Grundlagen der menschlichen Intelligenz kann somit vorläufig nur für das männliche Geschlecht beantwortet werden. Was aber intelligente von weniger intelligenten Frauengehirnen unterscheidet, muss in zukünftigen Arbeiten - auch unter Verwendung anderer physiologischer Messmethoden - geklärt werden. Neubauer wies darauf hin, dass die biologischen Mechanismen der Intelligenz bei Frauen anders sein könnten als bei Männern. "Dies scheint plausibel, wissen wir doch, dass die Gehirne von Frauen und die von Männern auch anatomisch unterschiedlich sind und sich in ihrer Größe, in der Anzahl der Nervenzellen sowie der Art ihrer Verschaltung unterscheiden", schloss Neubauer.

Axel Burchardt | idw

Weitere Berichte zu: Effizienz Gehirnaktivierung Genie Persönlichkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte