Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher klären besseres emotionales Gedächtnis von Frauen

23.07.2002


Ausdrucksstarke Bilder aktivieren linke Gehirnhälfte stärker

Frauen und Männer haben unterschiedliche Strategien, sich an emotionale Bilder zu erinnern. Dies geht aus einer US-Studie unter Zuhilfenahme der Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRI) hervor. Die Entdeckung ist eine weitere Erklärung dafür, dass Frauen gefühlsstarke Ereignisse besser in Erinnerung behalten als Männer. Psychologen ist dieser Umstand bereits seit Jahren bekannt, berichtet New Scientist. Über die Hintergründe, warum sich Frauen besser erinnern, gibt es mehrere Theorien.

"Mit größter Wahrscheinlichkeit gibt es Unterschiede im Gehirn der Geschlechter", kommentiert Stephen Maren von der University of Michigan das Ergebnis. Er vermutet, dass die Unterschiede evolutionsbedingt sind. Im Zuge der Studie an der State University of New York, Stony Brook, mussten zwölf Frauen und Männer eine Bildauswahl betrachten, während ihre Gehirne mittel fMRI gescannt wurden. Einige Bilder waren neutral und zeigten z.B. Bücherregale. Auf anderen wurden aber Autopsien und verstümmelte Körper dargestellt. Die Probanden mussten die Bilder auf einer Vier-Punkte-Skala nach ihrer emotionalen Intensität reihen.

Nach drei Wochen wurden den Testpersonen die Bilder erneut gezeigt. Hinzu kamen 48 noch nicht gesehene Aufnahmen. Die Probanden mussten beantworten, ob sie sich an die Bilder deutlich, vage oder nicht erinnern konnten. Selbst wenn beide Geschlechter ein Bild als hochemotional bewerteten, konnten sich Frauen drei Wochen später besser an das Bild erinnern. Zudem nutzen Frauen und Männer bei einem emotionalen Eindruck unterschiedliche Gehirnareale. Bei Frauen ist die linke Gehirnhälfte, bei Männern die rechte Gehirnhälfte aktiver. "Es scheint, dass bei Frauen die Integrierung von gefühlsstarken Eindrücken und die Speicherung im Gedächtnis viel stärker ist"; so Turhan Canli von der State University.

Eine Hypothese der Forscher, warum sich Frauen besser an emotionale Ereignisse erinnern, ist die stärkere Aktivierung der linken Gehirnregion. Eine andere Hypothese ist, dass Frauen und Männer Gefühlseindrücke auf komplett anderem Weg speichern. Die Studie wurde im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) veröffentlicht.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com
http://maren1.psych.lsa.umich.edu/marenlab.html
http://www.sunysb.edu

Weitere Berichte zu: Gedächtnis Gehirnhälfte Geschlecht Hypothese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE