Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeresalgen gegen globale Erwärmung

19.07.2002


EU-Forscher: Algen-Joddämpfe lassen Wärme nicht auf Erdoberfläche durchdringen

Meeresalgen sind bei der Bekämpfung der Klimaänderung hilfreich, so das Ergebnis eines EU-Forschungsprojekts. Im Rahmen des Projekts "Parforce" entdeckten europäische Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit US-Experten des California Institute of Technology, dass die von den Algen erzeugten Joddämpfe der globalen Erwärmung entgegenwirken. Die abgegebenen Dämpfe verhindern, dass Wärme den Erdboden und die Ozeane erreichen. Im Gegensatz dazu speichern Treibhausgase die von der Erdoberfläche ausgehende Wärme. Die experimentellen Feldstudien des Phänomens wurden an der irischen Atlantikküste durchgeführt. Die Forscher prüfen nun seine Auswirkungen auf breiterer Basis, heißt es in einer EU-Aussendung.

Joddämpfe kondensieren und bilden über den Ozeane Aerosole, die den "Hitzeschild" der Erde durch die Bildung von Dunst- und Wolkenschichten verstärken. Aerosole sind kleine Partikel, die sowohl natürlich als auch durch menschliche Tätigkeiten freigesetzt werden. Bisher war nicht bekannt, dass Algen und Plankton eine wichtige natürliche Quelle von Jodoxid-Aerosolen sind. Forscher glaubten, die Hauptquelle von Meeresaerosolen seien ihre Emissionen von Schwefelverbindungen. Alle Arten von Aerosolen tragen zum "Hitzeschild" bei, aber die über den Ozeanen gebildeten Meeresaerosole sind seine wichtigste Quelle, da die Ozeane 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken.

Mehr Aerosole in der Atmosphäre bedeuten, dass die Dunst- und Wolkenschichten dicker werden und die Sonnenstrahlen abhalten, die zum Teil die globale Erwärmung durch Treibhausgase auslösen. Mehr Aerosolemissionen führen auch zu weniger Regen und damit zu langlebigeren Wolken, die weiter zu diesem Effekt beitragen. EU-Forschungskommissar Philippe Busquin sagte: "Algen und Plankton vermehren sich, wenn die Temperatur der Ozeane steigt, was oft auf menschliche Tägigkeiten zurückzuführen ist. Dies führt zu mehr Jod- und Aerosolemissionen, die sich letzten Endes gegenteilig auf die globale Erwärmung auswirken könnten."

Das "Parforce"-Team unter Führung der National University of Ireland in Galway umfasst 15 Forschungsgruppen aus Irland, Finnland, Schweden, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://macehead.nuigalway.ie/parforce

Weitere Berichte zu: Aerosol Erdoberfläche Erwärmung Meeresalge Ozean Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften