Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satellitentechnik - Vom Akkuherzen bis in die Antennenspitzen ist alles selbst entworfen

11.07.2008
Studierende der TU Dresden bringen eigenen Miniatursatelliten ins All

Von wegen "Mission Impossible"! Das semesterübergreifende Projekt mit dem Titel SOMP (Student's Oxygen Measurement Project) scheint äußerst anspruchsvoll, aber die bisherigen Ergebnisse stimmen zuversichtlich.

In Jahr 2010 soll nämlich ein Miniatursatellit starten, dessen Komponenten sämtlich an der Technischen Universität Dresden geplant und zusammengebaut werden. Die gesamte Mission liegt dabei in den Händen von Studierenden verschiedener Fachrichtungen der Universität.

Ziel von SOMP ist es, den teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihr theoretisches Wissen in einem interdisziplinären Umfeld anzuwenden und wertvolle Erfahrungen für den Berufseinstieg zu sammeln.

... mehr zu:
»Luft- und Raumfahrt »Satellit

Prof. Stefanos Fasoulas (Institut für Luft- und Raumfahrttechnik) zeigt sich beeindruckt, wie reibungslos die bisherige Planung vonstatten ging. "Von der Beantragung bis zur Bewilligung des Projekts durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt vergingen keine vier Monate", freut sich Fasoulas. Die Finanzierung ist damit erst einmal gesichert.

Studierende des Studiengangs Maschinenbau in der Vertiefungsrichtung Luft- und Raumfahrttechnik hatten 2006 begonnen, Ideen für den Bau eines eigenen Satelliten zu sammeln. Inzwischen arbeitet eine Gruppe von zehn Studierenden verschiedener Fachrichtungen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik bis hin zur Physik an dem Projekt. Entstanden ist ein Konzept für den Bau eines Satelliten mit zehn Zentimetern Kantenlänge und ausklappbaren Antennen, der die Erde in ca. 450 km Höhe umkreisen und mit einem Sensor die Konzentration an atomarem Sauerstoff messen soll.

In einem Temperaturbereich von -40° bis 80° Celsius gewinnt er dabei die Energie für seine Mess- und Kommunikationssysteme durch Solarzellen. Die gemessenen Daten - bis zu 60 Kilobyte pro Stunde - werden dann per Funk nach Dresden geschickt.

Verschiedene Teilaufgaben des Projekts werden als Diplomarbeiten vergeben. So planen einzelne Studenten eigenverantwortlich die Stromversorgung sowie die Solarzellen- und die Funktechnik des Satelliten. Am Ende soll der Satellit maximal 1.000 Gramm auf die Waage bringen.

Alexander Fischer, zuständig für die Planung der Kommunikation mit dem Satelliten, diskutiert mit seinen Kommilitonen die verschiedenen Möglichkeiten. "Wir haben momentan drei Bodenstationen zur Auswahl; unter anderem den Barkhausen-Bau der Universität. Die Sternwarte Radebeul wäre ein zweiter möglicher Standort, auch wenn wir dort viel Geld in ein nachführbares Antennensystem investieren müssten. Und vom Strehlener Platz aus können wir schon einmal andere Satelliten anfunken, um zu üben. Genauere Spezifikationen werden wir im nächsten Semester angehen."

Die Studierenden hoffen dabei auf Unterstützung der lokalen Amateurfunkgemeinde. Auch eine Zusammenarbeit mit der Amateurfunk-Arbeitsgemeinschaft des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums ist geplant. "Für den Notfall - wenn wir z. B. keine Signale empfangen - werden wir unsere Kennungen auch an andere Forschungseinrichtungen herausgeben", so Alexander Fischer.

Das Kick-Off Meeting für das Projekt findet am 14.07.2008 15.00 Uhr am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik statt; ein Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird anwesend sein. Studenten, die an der weiteren Mitarbeit interessiert sind, sind zu dem Treffen herzlich eingeladen. Schließlich wartet vor dem Start noch eine Unmenge Arbeit: Prototypen müssen entworfen, die Akkumulatoren unter Extrembedingungen getestet und ein Solarmessstand aufgebaut werden. Prof. Fasoulas freut sich über das bisherige Engagement seiner Mitstreiter: "Die Förderung durch das DLR ist natürlich eine große Verpflichtung - jetzt liegt es an uns, den Satelliten zu bauen und die Mission zu einem erfolgreichen Ende zu bringen."

Informationen für Journalisten:
Prof. Dr.-Ing. Stefanos Fasoulas, Tel. 0351 463-38091, -38234
E-Mail: stefanos.fasoulas@tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Luft- und Raumfahrt Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik