Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Crash-Test-Dummys und US-Körper sind ein Widerspruch

11.07.2002


www.gonorway.no


Forderung nach weiblichen und "schwangeren" Unfall-Modell-Puppen


Das derzeitige Crash-Test-Dummy-Modell, das bei den meisten frontalen Autokollisions-Tests in den USA eingesetzt wird, entspricht nicht den Maßen der amerikanischen Lenker. Da die "Puppen" nicht den realistischen Körpermassen entsprechen, erhebt sich die Frage, wie präzise Auto-Sicherheitsberichte von Staat und Versicherungen sind. Die Untersuchungen wurden von Forschern der University of Alabama in Birmingham durchgeführt, deren Ergebnisse sie im Journal of Trauma erläutern.

Bei dem Crash-Test-Dummy-Modell handelt es sich um den "50 percentile male Hybrid III Crash Dummy", abgekürzt H3CD. Die meisten Organisationen abseits der Autohersteller wie die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) oder das Insurance Institute for Highway Safety nutzen das Modell für die Simulation von "Frontalzusammenstößen" bei Geschwindigkeiten zwischen 56 und 64 km/h. H3CD ist für die Maße eines männlichen Lenkers mit einer Größe von etwa 1,77 m und einem Gewicht von rund 70 Kilogramm konfiguriert. Man geht davon aus, dass verbesserte 3-D-Crash-Simulationen das Problem der Bandbreite der amerikanischen Körpermasse bewältigen werden.


Das Team um Stephen G. Morton verglich die Unfallart und –rate von H3CD-Modell-Tests und NHTSA-Berichte von rund 20.000 echten Verkehrsunfällen. Alle Unfalllenker waren angegurtet und die Fahrzeuge ordungsgemäß beleuchtet. Der Vergleich zeigte allerdings, dass sowohl männliche als auch weibliche Lenker größer, kleiner, schwerer oder leichter als die Standard-Test-Dummys waren. Die Forscher stellten fest, dass z.B. Lenker , die leichter und kleiner als die Modellpuppen waren, weniger Beinfrakturen hatten als die Dummys. Lenker, die schwerer und kleiner als die Dummys waren, erlitten häufiger Verletzungen wie es durch Crash-Tests angenommen wurde. Kopfverletzungen traten wiederum häufiger bei Fahrern auf, die geringfügig leichter und kleiner waren.

Die Autoren schließen aus den Ergebnissen, dass das derzeitige Crash-Test-Dummy-Modell nur für einen kleinen Anteil der amerikanischen Bevölkerung angewendet werden kann. Sie fordern zudem neben einem weiblichen Dummy die Entwicklung einer "schwangeren" Unfallpuppe. Idealerweise sollten in Crash-Tests verschiedene Dummys in wiederholten Unfallszenen eingesetzt werden. Dies wirft allerdings ein anderes Problem auf: Crash-Tests sind außergewöhnlich teuer.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://main.uab.edu/
http://www.jtrauma.com/

Weitere Berichte zu: Crash-Test Crash-Test-Dummy-Modell Dummy Safety

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden
26.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie