Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneckengift wirkt bei chronischen Schmerzen

09.07.2002


Australische Forscher suchen Wirtschaftspartner für Vermarktung von ACV1


Uni Melbourne



Forscher der University of Melbourne haben in einer für den Menschen giftigen Spezies der Kegelschnecken einen neuartigen Wirkstoff entdeckt. Die Substanz, die in der chronischen Schmerztherapie eingesetzt werden soll, wurde bereits zum Patent angemeldet. Über die neue Verbindung ACV1 berichten die Wissenschaftler auf dem 6. Asia-Pacific Congress der Internationalen Society for Toxicology von 8. bis 12. Juli in Cairns. Von ACV1 sollen vor allem Krebs-, Aids- und Arthritispatienten profitieren.

... mehr zu:
»ACV1 »Morphium »Nervensystem »Schmerz


In Rattenversuchen erwies sich ACV1 als vielversprechend, die Substanz wirkte länger als Morphium. Anders als Morphium, so die Forscher um Bruce Livett von der Abteilung für Biochemie und Molekularbiologie, birgt ACV1 kein Suchtpotenzial und besitzt keine Nebenwirkungen wie Atemnot oder Bluthochdruck. "Wir befinden uns derzeit auf der Suche nach einem kommerziellen Partner in der Wirtschaft, um die Substanz am Menschen zu testen und ein marktfähiges Produkt zu entwickeln", so Livett. Den Weltmarkt für Medikamente zur Behandlung chronischer Schmerzen beziffert der Studienleiter mit einer Mrd. australischer Dollar.

"Der Wirkstoff besitzt aber ein weitaus größeres Anwendungsspektrum. Dazu zählt etwa die Schmerzlinderung nach Sportunfällen und Infektionen. In Rattenversuchen zeigte sich, dass AVC1 auch die Wundheilung fördert", erläuterte Livett. ACV1 blockiert die Schmerzübertragung entlang des peripheren Nervensystems. Das periphere Nervensystem bildet die Brücke des Zentralnervensystems zu allen Körperteilen. Vorteil der Substanz ist laut Livett, dass es sich um ein kleines Molekül handelt. "Im Gegensatz zu einem bereits entwickelten Medikament mit dem Namen Conotoxin, das sich in der Endphase der klinischen Versuche befindet, kann ACV1 leichter und kostengünstiger synthetisiert werden." Außerdem werde ACV1 nicht wie es das Konkurrenzprodukt erfordert in die Wirbelsäule, sondern in den Muskel oder eine Fettschicht des Patienten injiziert.

Neben den Australiern sind weltweit Forschergruppen auf der Suche nach pharmakologisch wirksamen Substanzen in diesen Mollusken, wie sie in Riffen rund um den Globus vorkommen. Rund 30 Menschen sind bereits an dem tödlichen Stich einiger Kegelschnecken-Spezies gestorben.

Sandra Standhartinger | pte
Weitere Informationen:
http://www.unimelb.edu.au
http://www.pharmacology.unimelb.edu.au/pharmwww/ozist/index.htm

Weitere Berichte zu: ACV1 Morphium Nervensystem Schmerz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik