Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1,13 Millionen Euro für die Umweltforschung

01.07.2002


VolkswagenStiftung bewilligt drei weitere Vorhaben in ihrem Programm zur Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung

Mit ihrem Programm zur Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung zielt die VolkswagenStiftung darauf ab, Defizite auf diesem Gebiet abzubauen - fokussiert auf junge Forscher und die Kooperation unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche. Dieser Ansatz kennzeichnet auch die folgenden drei Projekte, die sich jetzt im Wettbewerb aller in diesem Programm eingereichten Anträge durchsetzen konnten und nun von der VolkswagenStiftung gefördert werden:

1. 661.600 Euro für das Vorhaben "Ozean-Sequestrierung von CO2 und die Transformation des Energiesystems" am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung;

2. 415.700 Euro für das Vorhaben "Räumlich aufgelöste Untersuchung des Schadstoffabbaus in Biofilmen und deren Formation mit Methoden der Mathematischen Biologie und des Wissenschaftlichen Rechnens" am GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg;

3. 54.500 Euro für die einjährige Pilotphase des Vorhabens "Das menschliche Umweltverhalten - eine Synthese archäologischer, naturwissenschaftlicher und ethnographischer Untersuchungen" an der Universität Tübingen.

zu 1: Von der VolkswagenStiftung mit 661.600 Euro gefördert, prüfen Dr. Ottmar Edenhofer und Dr. Hermann Held vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in den kommenden drei Jahren Möglichkeiten, die Belastung der Atmosphäre mit Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren. Die Forschung soll sich konzentrieren auf die Vereisung des Gases und dessen anschließende Versenkung im Meer, den Umbau unseres Energiesystems mit dem Ziel einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Quellen sowie auf eine Verbesserung der Ausbeute bei der herkömmlichen Energiegewinnung. Ziel ist ein volkswirtschaftlich optimaler Mix dieser Strategien. Auf dem Weg dorthin soll das am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung entwickelte Modell "MIND" zum Einsatz kommen. Mit ihm lässt sich der Einfluss erfassen, den Investitionen in konkurrierende Optionen auf den technischen Fortschritt haben. Daraus wiederum erschließen sich neue Handlungsspielräume, die den einander oft entgegen stehenden Anforderungen der Wirtschafts- und der Klimapolitik besser gerecht werden könnten. Die Potsdamer Wissenschaftler kooperieren mit Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und dem Nansen Environmental and Remote Sensing Center in Norwegen. Die Politikreife der Ergebnisse soll durch Stakeholderdialoge erhöht werden, die das European Climate Forum koordinieren wird.

zu 2: 415.700 Euro stellt die VolkswagenStiftung jetzt bereit für das ebenfalls auf drei Jahre angelegte Projekt von Dr. Hermann Josef Eberl am GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg. Konkret geht es darum, Biofilme auf spezielle Anwendungsmöglichkeiten zu untersuchen. Biofilme sind Schichten von Mikroorganismen, die auf Grenzflächen aquatischer Systeme wachsen. Sie sind an der Selbstreinigung der Gewässer beteiligt und kommen beim technischen Umweltschutz zum Einsatz - etwa bei der Abwasserreinigung oder einer Bodensanierung. Der junge Wissenschaftler wird sich bei seinen Arbeiten vor allem auf drei Forschungskomplexe konzentrieren: auf Wachstum und Ablöseprozesse von Biofilmen, auf das Mischungsverhalten von Populationen in einem Multispeziesbiofilm sowie ein spezielles Biofilmsystem der Bodenreinigung. Dabei sollen einerseits schnelle Transport- und Stoffabbauprozesse und andererseits die langsame Biofilmformation untersucht werden. Eberl kooperiert mit Wissenschaftlern der Technischen Universität München und der University of Illinois.

zu 3: Mit 54.500 Euro gefördert wird an der Universität Tübingen die einjährige Pilotphase eines Projekts am dortigen Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters. Dr. Thomas Knopf will Erkenntnisse zusammenführen aus der Umweltarchäologie und der Ethnologie mit dem Ziel, Klarheit zu gewinnen über das Umweltverhalten der Menschen in Mitteleuropa von der Jungsteinzeit (5600 bis 2200 v. Chr.) bis zum Mittelalter. Zum einen sollen so Ansätze für die Entwicklung von Umweltbewusstsein erschlossen, zum anderen mit Hilfe ethnographischer Methoden "dunkle Flecken" im Bereich der Archäologie aufgehellt werden - und umgekehrt. Im Zentrum der Untersuchungen stehen folgende Fragen:

- Welche generellen Strategien existieren im Umgang mit der Umwelt?
- Wie kommt es zu unterschiedlicher Nutzung natürlicher Ressourcen?


- Wie kulturspezifisch ist der Umgang mit der Umwelt?
- Wie sehen Veränderungen aus; in welchen Zeiträumen spielen sie sich ab?
- Wie reagierte der Mensch in ökonomischen und ökologischen Krisensituationen?

- Welche Hinweise gibt es auf bewussten oder nachhaltigen Umgang mit der Umwelt?


Kontakte VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Dr. Christian Jung, Telefon: 05 11/83 81 - 380, E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Förderung VolkswagenStiftung, Dr. Hagen Hof,
Telefon: 05 11/83 81 - 256, E-Mail: hof@volkswagenstiftung.de


Kontakte Nachwuchsförderung

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,
Dr. Ottmar Edenhofer, Telefon: 03 31/2 88 - 2565, Fax: 03 31/2 88 - 2600
Dr. Hermann Held, Telefon: 03 31/2 88 - 2564, Fax: 03 31/2 88 - 2600

GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit,
Dr. Hermann Josef Eberl, Telefon: 0 89/3 18 70, Fax: 0 89/31 87 33 26

Universität Tübingen,
Dr. Thomas Knopf, Telefon: 0 70 71/29 78 54 - 2, Fax: 0 70 71/29 78 54 - 1

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse02/01072002.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie