Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetschwebe-Interface zum Fühlen virtueller Objekte

07.03.2008
Erste Geräte werden an nordamerikanische Universitäten geliefert

Ein Forscherteam der Carnegie Mellon University (CMU) hat ein Gerät entwickelt, das Nutzern das Fühlen virtueller Objekte ermöglicht. Das haptische Computer-Interface "Maglev" nutzt dazu Magnetschwebetechnik und kommt dadurch ohne komplexe mechanische Komponenten aus. Die Entwicklung ist über das Stadium des reinen Prototypen bereits hinaus. Sechs Geräte werden an andere Universitäten geliefert, über Butterfly Haptics strebt Entwickler Ralph Hollis auch die kommerzielle Vermarktung an.

Über eine Schüssel mit darunter verborgenen Elektromagneten schwebt der "Flotor" genannte Handgriff für den Nutzer, der damit in drei Dimensionen frei beweglich ist. Dabei kann das System nicht nur zur Steuerung dienen, sondern auch Feedback geben. Dazu üben die Magnete variable Kräfte auf den Flotor aus und lassen den Nutzer dadurch die virtuellen Objekte im Computer fühlen. So können etwa Texturen ertastet oder feste Hindernisse gespürt werden. "Wir denken, dass dieses Gerät die realistischste Tastsinneswahrnehmung aller derzeit auf der Welt verfügbaren haptischen Interfaces bietet", gibt sich Hollis überzeugt. Das Maglev-System könne eine Genauigkeit im Mikrometer-Bereich liefern, so die CMU. Dies werde durch die mechanische Entkoppelung von der Außenwelt durch die Magnetschwebe-Technik erreicht. Eben diese ist ein ungewöhnlicher Ansatz im Bereich haptischer Interfaces, wie europäische Forscher gegenüber pressetext bestätigen.

Dabei handelt es sich bei "Maglev" nicht mehr um einen reinen Prototypen. Das erste Modell hatte Hollis bereits 1997 gebaut. Mithilfe einer Förderung von 300.000 Dollar durch die National Science Foundation wurde das System nun effizienter und kostengünstiger weiterentwickelt. Daraus resultierte der Bau von zehn Maglev-Kopien. Eine davon wird an die Purdue University geliefert, wo es der Erforschung der menschlichen Wahrnehmung feinster Oberflächentexturen dienen soll. Entsprechende Simulationen seien aufgrund ihres Auflösungsbedarfs mit den meisten kommerziellen haptischen Systemen gar nicht möglich, meint die dortige Forscherin Hong Tan. Auch fünf weitere nordamerikanische Universitäten bekommen demnächst Maglev-Geräte, darunter Harvard und Stanford.

Bereits ab Mitte 2008 will Butterfly Haptics auch kommerzielle Bestellungen des Magnetschwebe-Interfaces annehmen. Als mögliche Anwendungsgebiete nennt das Unternehmen neben der Erforschung von Texturen und Reibungseffekten unter anderem die virtuelle Chirurgie, die Mikro-Telemanipulation ferngesteuerter Roboter und mechanisches CAD. Informationen zu Preisen hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.cmu.edu
http://butterflyhaptics.com
http://www.purdue.edu

Weitere Berichte zu: Magnetschwebe-Interface

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues BMBF-Forschungsvorhaben zum Tracer-Based Sorting für das Recycling von Verpackungen
23.08.2017 | Hochschule Pforzheim

nachricht Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren
21.08.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie