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Hörgeräte: Besseres Sprachverständnis mit 3 Mikrofonen

05.06.2002


Die neue Triano-Hörgerätefamilie von Siemens umfasst neben dem Spitzengerät TriMic mit 3 Mikrofonen (links) auch ein Im-Ohr- und ein winziges CIC-Gerät.


Copyright:
Siemens Audiologie AG


Neue Siemens-Technologie für die Verständigung im Störlärm


Die mit Abstand wichtigste Aufgabe, die ein Hörgerät zu erfüllen hat, ist die Unterstützung der zwischenmenschlichen Kommunikation durch eine nachhaltige Verbesserung der Sprachverständlichkeit. In lärmiger Umgebung, bei fortdauernden Störgeräuschen oder in Situationen, in welchen mehrere Menschen gleichzeitig sprechen, ist dieses Problem besonders gross. Träger konventioneller Hörgeräte sind davon häufig stark betroffen.

Lärm und Sprachgewirr - für Hörbehinderte ein Riesenproblem!


Im Störschall haben selbst Normalhörende oft ihre liebe Mühe, die Stimmen der Gesprächspartner herauszuhören und zu verstehen, was diese ihnen mitteilen wollen. Ist der Störschallpegel 6 Dezibel lauter als das gesprochene Wort, so hören auch Personen mit gutem Hörvermögen nur noch etwa 40 Prozent der gesprochenen Worte und müssen sich den Rest der Botschaft selbst zusammenreimen - oder nachfragen. Leute mit Hörverlusten verstehen in solchen Situationen überhaupt nichts mehr. Selbst Träger von Hörsystemen sind hier stark benachteiligt, können doch die meisten technischen Hörhilfen noch nicht oder nur bedingt zwischen Stör- und Nutzschall unterscheiden.

Ein erster Durchbruch konnte zwar mit der 2-Mikrofon-Technik erzielt werden: Ein omni-direktionales Kugel-Mikrofon fängt dabei die gesamten Schall-Ereignisse aus der Umgebung ein, während ein direktionales Richtmikrofon der Blickrichtung des Hörgeräteträgers folgt und sich auf die Stimme des Gesprächspartners fixiert. Dadurch kann in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung der Sprachverständlichkeit erzielt werden, doch genügt auch dieses System bei manchen komplexen Hörstörungen und bei sehr lauten Umgebungsgeräuschen nicht.

Den Entwicklungsingenieuren von Siemens ist es nun gelungen, bei dieser Herausforderung einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen - durch den Einsatz eines dritten Mikrofons. Dabei handelt es sich um ein extrem empfindliches Aggregat, welches auch feinste akustische Ereignisse und Klangdifferenzen zu registrieren und zu lokalisieren vermag. Die drei Mikrofone der neuartigen TriMic-Technologie werden untereinander so abgestimmt und gekoppelt, dass ein äusserst leistungsfähiges "Lauschsystem" entsteht, welches sich am Leistungs- und Differenzierungsvermögen des menschlichen Ohrs orientiert.

Triano TriMic unterscheidet Sprache und Störschall

Parallel dazu wurde ein System entwickelt, mit dem die verschiedenen Klang-informationen laufend ausgewertet und gegeneinander - wie auch gegen spe-zifische, im System gespeicherte Klangmuster - abgeglichen werden. Das TriMic-System ermöglicht es, die Signalverarbeitungsprozesse so zu steuern, dass die Worte der Gesprächspartner selbst unter schlechten akustischen Bedingungen noch deutlich aus den sie umgebenden Geräuschen herausgehört werden können.

Dieser Effekt kommt selbst dann zum Tragen, wenn die störenden Schallquellen ihre Position laufend verändern - wie dies beispielsweise bei fahrenden Motorfahrzeugen der Fall ist - oder wenn der Träger des Triano TriMic-Systems sich selbst im Raum bewegt. Die vom System identifizierten Störschallquellen werden dabei gleichsam "verfolgt" und deren Töne im Zuge der digitalen Signalverarbeitung stark abgedämpft oder ausgeblendet. Die Steuerungen erfolgen dabei nicht hart und abrupt, sondern sanft und kontinuierlich in der Form weicher Überblendungen.

Allerdings vermögen auch die besten Leistungen einer fortgeschrittenen Hochtechnologie jedoch nur dann wirklich zu überzeugen, wenn sie den Betroffenen einen konkreten Nutzen bringen. Diesen Beweis ist das TriMic-System von Triano nicht schuldig geblieben: In Messungen, die unter realen Umfeldbedingungen durchgeführt wurden, ergab sich eine durchschnittliche Verbesserung des Abstands zwischen Störschall und Sprache um 2 Dezibel. Konkret bedeutet dies eine Anhebung der Sprachverständlichkeit um rund 40 Prozent.

Der mit der 3-Mikrofon-Technik realisierte Durchbruch in der Hörgerätetechnik kommt somit vor allem dort zum Tragen, wo Schwerhörige heute noch die grössten Probleme bekunden und deshalb am meisten auf leistungsfähige Hörhilfen angewiesen sind: Bei der Verständigung im Störlärm und im Stimmengewirr grösserer Personengruppen.

Beat Rieder | pte.online

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