Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Sonderforschungsbereich untersucht molekulare Schablonen

31.05.2002


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert zum 1. Juli 2002 einen neuen Sonderforschungsbereich an der Universität Bonn für zunächst drei Jahre. Das hat jetzt das zuständige Vergabegremium entschieden. Der neue Forscherverbund mit dem Titel "Template - Vom Design chemischer Schablonen zur Reaktionssteuerung" wird sich mit der Rolle von Schabloneneffekten in der Chemie befassen.

Überall in der Natur finden die Wissenschaftler das Phänomen, dass Moleküle als Vorlage für die Anordnung anderer Moleküle dienen. Solche Schabloneneffekte unterstützen chemische Prozesse oder sorgen dafür, dass bestimmte Reaktionsprodukte bevorzugt gebildet werden. Nicht nur in der Grundlagenforschung, auch in der technischen Anwendung ist das von großer Bedeutung. So kommen Schablonen bei der Entwicklung z.B. neuer Medikamente zum Einsatz, da sie die Herstellung erleichtern, günstiger machen und zu reineren Produkten führen. Viele in der chemischen Produktion eingesetzte Katalysatoren haben die Forscher der Natur abschaut. Aber die Wissenschaft geht noch weiter: Sie nutzt ihre Erkenntnisse, um winzige molekulare Apparate zu konstruieren, darunter molekulare "Motoren" und Schaltkreise oder kleinste Röhrchen, die sich wie von Geisterhand gesteuert selbst zusammenfügen. Bonner Forschern ist es sogar gelungen, Molekülfäden mit Hilfe von Schabloneneffekten gezielt zusammenzuknoten.

Das neue Verbundprojekt bündelt das an der Universität Bonn vorhandene Know-how auf diesem Gebiet und vereint Experten aus der anorganischen, organischen, physikalischen und theoretischen Chemie. Der Sprecher des Sonderforschungsbereichs ist Professor Dr. Karl Heinz Dötz vom Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie.

Sonderforschungsbereiche gelten unter Wissenschaftler als der "Rolls-Royce" unter den Förderprogrammen. Sie werden in der Regel bis zu zwölf Jahre lang finanziert und unterliegen regelmäßiger strenger Begutachtung. Zurzeit fördert die DFG an der Universität Bonn sechs Sonderforschungsbereiche.


Ansprechpartner für die Medien: Professor Dr. Karl Heinz Dötz, Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn, Tel.: 0228/73-5609, E-Mail: doetz@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw

Weitere Berichte zu: Biochemie Molekül Schablone

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise