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Antistressmittel Kava-Kava - zum Abschuss frei?

29.05.2002


Was ist dran an den angeblichen Leberschäden durch Kavain?

In Deutschland sollen der Vertrieb von Kava-Kava-Präparaten verboten und 97 Präparate aus dem Markt genommen werden. Grund: Das beliebte natürliche Antistress-Mittel aus der gleichnamigen Südsee-Pflanze soll bei den Anwendern Leberschäden verursachen. Zum Beweis dieser These legten die deutschen und schweizerischen Zulassungs- und Kontrollbehörden für Heilmittel ein Dossier vor, welches 30 Fälle solch unerwünschter Nebenwirkungen dokumentiert.

Die Nachricht löste in den USA - wo Kava-Kava-Erzeugnisse keinen Zulassungs- und Handelsbeschränkungen unterliegen - Erstaunen aus, nachdem im ganzen Land trotz intensiven Konsums dieser Substanz kaum Verdachtsmomente auftauchten, die auf irgendwelche Leberprobleme im Zusammenhang mit der Einnahme von Kava-Kava-haltigen Präparaten schließen lassen. Die weltweit größte Vereinigung von Herstellern und Vertreibern von natürlichen Nahrungssupplementen und Naturheilmitteln, American Herbal Products Association, ließ deshalb das Dossier von einem unabhängigen, bestausgewiesenen Universitätsinstitut für Pharmakologie und Toxikologie überprüfen.

Das mit der Prüfung beauftragte Institut für Pharmakologie der Universität Illinois in Chicago kam dabei zu einem vernichtenden Urteil: Die Dokumentationen ermangeln durchwegs der wissenschaftlichen Seriosität und Aussagekraft, und es gibt im ganzen Dossier keine einzige Fallbeschreibung, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Einnahme Kava-Kava-haltiger Präparate und Lebererkrankungen nahelegt. Ein Teil der beschriebenen Fälle hat zudem keinen direkten Zusammenhang mit dem Konsum von Kava-Kava - darunter auch der vom Deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als besonders gravierend dargelegte Todesfall einer 81-jährigen Patientin.

Der vom renommierten Pharmakologen und Toxikologen Prof. Donald P. Waller unterzeichnete Bericht nährt die Spekulation, dass es sich beim Verdikt der europäischen Gesundheitsbehörden um das Ergebnis einer konzertierten Aktion gegen ein Naturprodukt handeln könnte, welches in den letzten Jahren einen wachsenden Marktanteil zulasten konventioneller chemisch-pharmazeutischer Präparate errungen hat. Im weiteren zeigt der Fall, wie einfach es offenbar ist, den Pharma-Markt mit wenigen unbewiesenen Behauptungen zu beeinflussen und die Konsumenten einzelner Präparate zu verunsichern.

Unter dem Titel „Kava-Kava auf der Abschussliste der mitteleuropäischen Gesundheitsbürokratie“ ist im PRK-Verlag eine Dokumentation über die eigenartigen Vorgänge rund um die Marktzulassung dieses Naturprodukts erschienen. Sie kann zusammen mit einer allgemeinverständlichen Kurz-Monografie über Kava-Kava und dessen Nutzanwendungen gegen Einsendung einer 5-Euro-Note oder Fr. 7.50 in Schweizer Briefmarken angefordert werden bei:

Redaktion Gesundheitsnews, Rainstrasse 2a, CH-5415 Nussbaumen/Schweiz

Beat Roggen | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.gesundheitsnews.ch

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