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Schadet die Globalisierung dem Umweltschutz?

27.05.2002


Internationales Forschungsprojekt startet in der Jenaer Politikwissenschaft

Schadet die Globalisierung dem Umweltschutz? Wird die Vergrößerung der Europäischen Gemeinschaft zu einem Absinken der Standards im Umweltschutz führen? Das sind einige der Fragen, die ein neues internationales Forschungsprojekt untersucht, das am Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena angesiedelt ist. Das Vorhaben wird von Prof. Dr. Christoph Knill (Arbeitsgebiet Europäische Studien) geleitet, der hierfür von der Europäischen Union (EU) Fördergelder von über einer Million Euro einwerben konnte.

Das Projekt erforscht "Umweltpolitisches Regieren in Europa: Die Auswirkungen von internationaler und ökonomischer Verflechtung". Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und inwieweit sich zunehmende internationale Handelsbeziehungen auf die Höhe umweltpolitischer Standards innerhalb der EU und der osteuropäischen Beitrittskandidaten auswirken. Kommt es zu dem viel gefürchteten "Wettlauf nach unten"? Wenn ja, welche Möglichkeiten bestehen, dieses Szenario durch eine verstärkte Zusammenarbeit auf der Ebene internationaler Institutionen (etwa der EU) zu verhindern? Wie wirken sich im Einzelfall globale ökonomische Abhängigkeiten und institutionalisierte Zusammenarbeit auf das umweltpolitische Schutzniveau aus? Um profunde Antworten auf diese und weitere Fragen zu erhalten, wollen die Politikwissenschaftler verschiedene Felder des Umweltschutzes analysieren.

Unter der Leitung von Prof. Knill werden ab Herbst 14 Wissenschaftler aus Deutschland (Universität Jena, Freie Universität Berlin, Max-Planck-Projektgruppe Bonn), Österreich (Universität Salzburg) und den Niederlanden (Universität Nijmegen) ihre Arbeit aufnehmen. Insgesamt werden durch das Projekt, das zunächst auf drei Jahre angelegt ist, sieben Stellen für Wissenschaftler neu geschaffen. Für die Leitung sowie die Forschungstätigkeit an der Friedrich-Schiller-Universität sind 300.000 Euro bewilligt worden, aus denen unter anderem 1,5 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter eingerichtet werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Knill
Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945450, Fax: 03641 / 945452
E-Mail: christoph.knill@uni-jena.de

Axel Burchardt | idw

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