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Kontaktlinsen mit virtuellen Displays entwickelt

18.01.2008
Breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten denkbar

Einen ersten Prototypen für Kontaktlinsen mit virtuellem Display hat eine Forschergruppe um Babak Parviz von der University of Washington vorgestellt. Dem Forscher-Team ist es erstmals gelungen, eine flexible und biologisch verträgliche Kontaktlinse mit elektronischen Schaltkreisen und LEDs auszustatten. Die Technologie verspricht eine breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten, sei es als Sehhilfe im medizinischen Bereich, zur Anzeige von Fahrzeugdaten oder in der Medien- und Unterhaltungsindustrie.

"Wer durch eine funktionstüchtige Linse sieht, würde das vom Display generierte Bild der Außenwelt überlagert sehen", beschreibt Parviz. Der vorgestellte Prototyp sei ein sehr kleiner, aber vielversprechender Schritt in Richtung dieses Ziels. Solche virtuellen Displays könnten etwa zur mobilen Internetnutzung dienen oder bei Spielen tiefste Immersion in die virtuelle Realität erlauben. "Andere Leute dürften allerlei Arten von Anwendungen finden, an die wir gar nicht gedacht haben. Unser Ziel ist es, die grundlegende Technologie zu demonstrieren und zu zeigen, dass sie sicher ist", so Parviz.

Entsprechend steht die Entwicklung der Display-Kontaktlinsen noch am Anfang. Der Prototyp kombiniert wenige Nanometer dicke Schaltkreise und LEDs im Ausmaß von etwa einem Drittel Millimeter mit dem flexiblen Plastik einer Kontaktlinse. In Tests an Hasen wurde die Bioverträglichkeit geprüft, zwanzigminütiges Tragen habe keine negativen Auswirkungen gehabt. Die High-Tech-Linsen sollten getragen ebenso unbemerkbar sein wie normale Kontaktlinsen und auch genau so leicht einzusetzen und zu entfernen, nennt Parviz das Idealziel.

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Wirklich funktional sind die Linsen noch nicht: Die roten LEDs leuchten nicht. Die dafür nötige Stromversorgung wollen die Forscher durch Energie-Übertragung per Radiowellen und Solarzellen auf den Linsen erreichen. Auch die drahtlose Kommunikation der Display-Linsen mit anderen Geräten muss erst implementiert werden. Für entsprechende Elektronik biete der Bereich außerhalb des eigentlichen Sichtfeldes genügend Platz. Bis zur Verfügbarkeit eines vollwertiges Display werde es noch eine Weile dauern, räumen die Forscher selbst ein. Eine Version, die ein einfaches Display mit nur wenigen wenigen Pixeln biete, könne laut Parviz aber "recht schnell" betriebsfähig sein.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu

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