Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vergleich mit Kollegen zieht Burn-out-Patienten aus der Sackgasse

23.05.2002


Personen mit Burn-out werden etwas zufriedener, wenn sie sich mit anderen vergleichen. Das zeigt sich aus der Groninger Untersuchung, die von der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) subventioniert wurde. Es ist dabei wichtig, dass sie die anderen Personen selber auswählen oder erfinden dürfen. Vergleichen hilft vor allem, wenn der Patient sich auf Aspekte konzentriert, in denen er sich nicht schlecht macht.

Groninger Wissenschaftler befragten in einer Untersuchung nach sozialer Vergleichung gut sechshundert Lehrer weiterführender Schulen. Burn-out kommt in dieser Gruppe oft vor. Außerdem bietet das Lehrerzimmer dem Lehrer viel Gelegenheit, sich mit Kollegen zu vergleichen.

Die Versuchspersonen beantworteten Fragebogen auf Papier und mit dem Computer. Bei den Computerfragen untersuchten die Forscher nicht nur den Inhalt der Antworten, sondern auch die Reaktionszeit. Die Forscher stellten Fragen wie zum Beispiel: "Wie oft vergleichen Sie sich mit anderen?", "Finden Sie, dass Sie sich gut machen?", "Wie reagieren Sie auf einen Kollegen, der sich gut macht?", "Angenommen, die Person in Ihrer Geschichte ist Ihr Kollege, welche Gefühle ruft das bei Ihnen auf?"

Ausgelaugte Lehrer zeigten sich noch ziemlich gut imstande, ein positives Bild von sich selbst zu bewahren. Vor allem das Gefühl weniger schlecht zu sein als andere, war noch vorhanden. Darin unterscheidet sich der Burn-out-Patient von einer depressiven Person. Depressive Leute können weniger gut ein günstiges Selbstbild bewahren.

Personen mit Burn-out hatten gemischte Gefühle beim Anblick gut funktionierender Kollegen. Einerseits werden sie angeregt, obwohl weniger als gesunde Personen. Andererseits erfahren sie negative Gefühle. Wenn Personen mit Burn-out schlecht funktionierende Kollegen sehen, erfahren sie hauptsächlich negative Gefühle.

Die Forscher raten Therapeuten, bei Patienten mit Burn-out die günstigen Effekte sozialer Vergleichung auszubeuten. Also vor allem eingehen auf das Gefühl ’Ich mache mich gar nicht so schlecht’. Ebenfalls kann man Klienten lernen, mit aufgedrängten Vergleichsinformationen umzugehen. Anders gesagt: Der Burn-out-Patient muss lernen, sich gegen die negativen Gedanken zu wappnen, die Vergleichungen aufrühren.

Nähere Informationen bei der Akademikerin Veerle Brenninkmeijer (Staatliche Universität Groningen, Abteilung Soziale- und Organisationspsychologie, ab Juli bei TNO-Arbeid tätig), Tel. +31 (0) 50 3636438 (Büro) oder +31 (0) 20 4897379 (privat), E-Mail: veerle_brenninkmeijer@hotmail.com. Promotion am 23. Mai, Promotor Prof. Dr. A.P. Buunk.

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: Burn-out Burn-out-Patient

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

30.03.2017 | Physik Astronomie

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie