Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Weltraum Wurzeln schlagen

18.12.2007
Hannoversche Forscher lassen auf der Internationalen Forschungsstation ISS Pflanzen wachsen

In einem gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA geförderten Projekt schickt die Molekulare Ertragsphysiologie, Institut für Zierpflanzenbau und Gehölzforschung der Leibniz Universität Hannover, Pflanzen ins All. Auf der internationalen Raumforschungsstation ISS sollen Keimlinge der Ackerschmalwand zeigen, wie sie sich anhand der Gravitation orientieren.

Pflanzen wissen immer, wo oben und unten ist: Die Wurzeln bohren sich in die Erde, während die Sprosse und Blätter zum Licht gereckt werden. Durch die Wahrnehmung und Verarbeitung der Schwerkraft ist es Pflanzen möglich, ihre Organe in eine bestimmte Richtung zur Schwerkraft zu bringen. So wachsen Wurzeln in Richtung des Erdmittelpunktes, während die Sprosse in die entgegengesetzte Richtung bewegt werden. Diesen Effekt bezeichnen Fachleute als Gravitropismus. Der Wegweiser für das Wachstum liegt dabei in spezialisierten Zellen. In der Wurzelspitze sind es die sogenannten Statozyten, die die Richtung vorgeben.

Das Wurzelwachstum richtet sich aber nicht nur an der Schwerkraft aus: Hindernisse umwachsen Wurzeln, weil sie sich von festen Widerständen wegbewegen. Außerdem meiden sie das Tageslicht. Sie orientieren sich mithilfe der so genannten Zirkumnutation: Die Wurzelspitze sucht sich mit einer kreisenden Bewegung ihren Weg.

Wie die einzelnen Effekte das Wurzelwachstum bestimmen und die zugrundeliegenden Mechanismen zusammenwirken, wollen die Wissenschaftler im All klären. In dem ISS-Experiment wird das Wachstumsverhalten der Wurzeln im Orbit verfolgt.

Versuchsobjekte sind die Wildform und eine Mutante der Ackerschmalwand, bei der zwei der einzelnen Mechanismen, die Orientierung zum Licht und der Sprossgravitropismus, gestört sind.

Die Wurzelwachstumsfiguren werden im Orbit fotografiert und die Pflanzen dann chemisch fixiert. Nach dem Flug werden die Pflanzen am Boden mit modernen molekular- und zellbiologischen Methoden untersucht. Im Bodenforschungsprogramm werden weitere Methoden angewandt, um den zellulären Mechanismen auf die Spur zu kommen.

Dr. Stefanie Beier | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Ackerschmalwand Luft- und Raumfahrt Schwerkraft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE