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Autonomer Roboter stellt sein Können in Raffinerie unter Beweis

23.10.2012
Am 23. Oktober hat das im Rahmen des Technologieprogramms AUTONOMIK vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie seit 2009 geförderte Projekt „RoboGasInspector“ mit mobilen, autonomen Robotern in einer realen Raffinerieumgebung demonstriert, wie Industrieanlagen und Rohrleitungen selbstständig untersucht, mögliche Gaslecks schon aus der Ferne entdeckt und diese auch genau geortet werden können.

Für Betreiber prozesstechnischer Anlagen und Versorgungsinfrastruktur ist es eine ständige Herausforderung, die Betriebssicherheit auf hohem Niveau zu gewährleisten und den gesetzlichen Vorgaben zu genügen. Hierzu werden meist Präventions- und Inspektionsprogramme etabliert, die zeitaufwändige, vom Menschen täglich durchgeführte Routineinspektionsgänge einschließen.



Die Entwicklung neuartiger Überwachungsverfahren, die die Möglichkeiten modernster Mess-, Automatisierungs- und Robotiktechnik ausschöpfen, versprechen eine erhöhte Güte und Wirtschaftlichkeit der Inspektionen bei gleichzeitiger Entlastung des Menschen von monotonen, aufwändigen Tätigkeiten.

Das Projekt RoboGasInspector wird von zwei Fachgebieten im Fachbereich Maschinenbau der Universität Kassel koordiniert. Sie entwickeln und evaluieren gemeinsam mit sieben weiteren Partnern aus Forschung und Industrie ein innovatives Mensch-Maschine-System mit kooperierenden, mit lokaler Intelligenz und Gasfernmesstechnik ausgestatteten Inspektionsrobotern.

Damit soll gezeigt werden, dass die Detektion und Ortung von Gaslecks weitgehend autonom von mobilen Robotern bewältigt werden kann. Die eingesetzte infrarot-optische Gasfernmesstechnik sorgt dafür, dass schwer zugängliche Orte inspiziert werden können und nicht unbedingt, wie bei konventioneller Sensorik, in die zu kontrollierenden Bereiche eingefahren werden muss.

Im Rahmen der Abschlussdemonstration des Projekts wurden am 23. Oktober unter realen Anlagenbedingungen auf einem Testparcours in der PCK-Raffinerie in Schwedt/Oder die Inspektion von Rohrbrücken, Rohrleitungen und Tanks demonstriert. Gezeigt wurden Aspekte des autonomen Fahrens in der Anlage wie das selbstständige Umfahren einer Sperrzone. Das autonome Inspizieren wurde mit Gasfernmesssystemen und simulierten Gaslecks demonstriert, die detektiert und geortet werden mussten. Mittels einer Thermographie-Kamera wurde der Zustand von Anlagenkomponenten überprüft.

Die Planung, Überwachung und Dokumentation der Inspektionsvorgänge erfolgt aus einer Leitwarte heraus, von der aus auch die Teleoperation des Roboters und eine Telemanipulation möglich sind. Im teleoperierten Betrieb des Roboters wurde eine enge Passage durchfahren und ein Entwässerungsventil betätigt. Mit einem Mehrrobotersystem wurde außerdem kooperatives Messen und aufgabeteiliges Arbeiten bei Messung und Telemanipulation gezeigt.

Über AUTONOMIK

Das Technologieprogramm "Autonomik - Autonome und simulationsbasierte Systeme für den Mittelstand" ist ein Förderschwerpunkt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des IT-Gipfel Leuchtturmprojekts "Internet der Dinge". Bei AUTONOMIK geht es um zukunftsweisende Ansätze für die Entwicklung einer neuen Generation von intelligenten Werkzeugen und Systemen, die eigenständig in der Lage sind, sich via Internet zu vernetzen, Situationen zu erkennen, sich wechselnden Einsatzbedingungen anzupassen und mit Nutzern zu interagieren.

Im Vordergrund stehen Anwendungen im Logistik- und Transportbereich sowie in der Service-Robotik. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist das Projekt RAN (RFID based Automotive Network) zur Optimierung und notwendigen Standardisierung von Logistikprozessen für die gesamte Automobilbranche auf Basis modernster RFID-Technologien. Insgesamt haben sich 14 Projekte für eine Förderung durch das BMWi qualifiziert. Rund 100 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen wirken an den Vorhaben mit. Einschließlich der Eigenmittel der Fördernehmer beträgt das Projektbudget etwa 110 Mio. Euro. Die anteilige Förderung des BMWi daran beläuft sich auf rund 55 Mio. Euro. Die konkreten Ergebnisse sollen auf der geplanten Autonomik-Transfer-Konferenz am 31. Januar 2013 in Berlin vorgestellt werden.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.autonomik.de und www.robogasinspector.de verfügbar.

Ein Foto ist abrufbar unter https://www.uni-kassel.de/uni/fileadmin/datas/uni/presse/anhaenge/2012/RoboGasInsepktor.JPG

BU: Den Testparcour unter realen Bedingungen auf der PCK Raffinerie in Schwedt absolvierte der RoboGasInspector am 23. Oktober erfolgreich. Im Bild v.l.n.r. dabei: Harald Lissat (PCK), Jochen Welle (Fraunhofer FKIE) und Dipl.-Ing. Gero Bonow (Universität Kassel)

Info
Verbundprojektleitung RoboGasInspector
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Ludger Schmidt (Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik)
Prof. Dr.-Ing. Andreas Kroll (Fachgebiet Mess- und Regelungstechnik)
E-Mail: RoboGasInspector@uni-kassel.de
Ansprechpartner für die Presse
Universität Kassel
Annette Ulbricht
Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. ++49 - 561 804 2474
E-Mail: presse@uni-kassel.de

Annette Ulbricht | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.robogasinspector.der
http://www.autonomik.de
http://www.uni-kassel.de/uni/fileadmin/datas/uni/presse/anhaenge/2012/RoboGasInsepktor.JPG

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