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Auge erfasst Gesichter ganzheitlich

18.06.2009
Namensgebung erleichtert die Wiedererkennung

Das Rätsel, warum Menschen es so hervorragend schaffen, Gesichter zu erkennen, ist ein Stück weit gelöst.

Gesichter werden im Gegensatz zu Objekten ganzheitlich wahrgenommen, behaupten Psychologen der Vanderbilt University im Fachjournal Psychological Science. Das erkläre, warum wir es kaum zustande brächten, uns auf einzelne Gesichtsteile zu konzentrieren und dabei den Rest zu ignorieren.

In der Diskussion, ob die Gesichtserkennung auf die Spezialisierungen des Menschenhirns oder auf die häufigen Übung zurückgeht, scheint sich damit die zweite These zu bewahrheiten. Auch andere Objekte könnten auf dieselbe ganzheitliche Weise wie Gesichter wahrgenommen werden, falls es zu entsprechendem Training kommt.

Für Testzwecke entwarfen die Forscher dreidimensionale Fantasieobjekten, sogenannte "Ziggerins". Einige ihrer Versuchspersonen lernten die Unterscheidung der Objekte nach Namen, wie dies bei Menschen und Gesichtern der Fall ist. Eine zweite Gruppe lernte, die Objekte rasch nach äußeren Merkmalen zu klassifizieren. Jede Gruppen übertraf nach diesem Training die andere in der Aufgabenstellung, für die sie trainiert hatte, was die Forscher als Hinweis für verschiedene Wahrnehmungsprozesse bei gleichen Objekten sehen. Sollten die Versuchspersonen jedoch nach längerer Pause neue Ziggerins nach ganzheitlichen Mustern unterscheiden, taten sich diejenigen leichter, die den Gebilden einen Namen gegeben hatten.

"Diese Forschung zeigt einerseits, dass die Erkenntnis eines Ganzen der Schlüssel zu unserer Fachkundigkeit im Umgang mit Gesichtern ist. Darüber hinaus wurde deutlich, dass diese Technik auch schnell auf andere Objekte übertragen werden kann", so die Forschungsleiterin Isabel Gauthier. Nicht nur die äußere Form von Objekten, sondern auch die Erfahrung, die wir mit ihnen bisher hatten, bestimme die Art, in der Menschen unterschiedliche Objekte wieder erkennen.

Um Objekte nach dem Prinzip der Gesichtserkennung wahrzunehmen und wiederzuerkennen, sei kein langes Training erforderlich. "Dieses Wissen kann dem Training von Menschen nutzen, die etwa aufgrund von autistischen Störungen Probleme mit der Identifizierung von Gesichtern haben", so die Psychologin.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vanderbilt.edu

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