Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alte Autoreifen sollen Hurricanes verhindern

07.11.2012
Britischer Forscher und Bill Gates melden Patent an

100 Meter lange Schläuche aus alten Autoreifen sollen in Zukunft warmes Wasser von der Meeresoberfläche in tiefere Schichten transportieren. Die vertikal im Wasser verankerten Reifenstapel sollen so die Erwärmung des Oberflächenwassers begrenzen und so das Auftreten von Hurricanes verhindern.


Hurricane: Reifen sollen schwächen (Foto: Wikipedia, gemeinfrei)

Die Idee stammt vom britischen Wissenschaftler Stephen Salter, der das Konzept jetzt mit Hilfe der Milliardäre Bill Gates und Nathan Myhrvold zum Patent angemeldet hat, wie der Guardian berichtet.

Tausende Reifen benötigt

Hurricanes können erst bei einer Meeresoberflächentemperatur von über 26,5 Grad entstehen, da sie ihre Energie aus warmem Wasser beziehen. Durch lange, im Wasser stehende Schläuche aus Altreifen kann eine Verbindung zu tieferen, kühleren Wasserschichten hergestellt werden.

Werden die Reifenstapel mit Rückschlagklappen versehen, kann das Wasser nur nach unten fließen. Durch die Wellenbewegung wird warmes Wasser in die Tiefe gedrückt, was zu einer Durchmischung führt und die Oberflächentemperatur senkt. Eine zusätzliche Energieversorgung ist nicht notwendig.

Salter glaubt, dass 150 bis 450 der Altreifen-Schläuche ausreichen, um Hurricanes zumindest abzumildern. Die sogenannten "Salter-Senken" müssten dazu in der sogenannten "Hurricane Alley" positioniert werden, jener warmen Region des Atlantiks, in der die Wirbelstürme entstehen und wandern. Jeder Reifenstapel müsste mit einem Radar-Signal ausgerüstet werden, um Kollisionen mit Schiffen zu vermeiden.

Für eine Umsetzung benötigt Salter eigenen Angaben zufolge aber mehr Forschungsgelder. Gates und Myhrvold unterstützen das Projekt bereits über das Start-up "Intellectual Ventures". Die beiden Mäzene sind vor allem von der Einfachheit des Planes überzeugt.

Regierung zeigt Interesse

Die verheerenden Stürme der vergangenen Jahre haben das Interesse für Hurricane-Prävention in der US-Regierung ansteigen lassen. Allein der aktuelle Sturm Sandy hat Schätzungen zufolge Schäden von rund 30 Mrd. Euro verursacht. Die Chancen für staatliche Unterstützung stehen für Salter also nicht schlecht. Die bisherigen Versuche der USA, Stürme zu manipulieren, waren wenig erfolgreich.

Schon in den 1940er Jahren wurde versucht, die Bahn von Hurricanes zu verändern, mit teilweise verheerenden Schäden. Um zu gewährleisten, dass Salters aktueller Plan keine unvorhergesehenen Konsequenzen hat, ist noch viel Arbeit nötig.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.pressetext.com/news/20121107024

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften