Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Algorithmus verbessert Niederschlagsmessung

04.07.2014

Genauere Vorhersage von Überschwemmungen und Erdrutschen möglich

Das Istituto di Ricerca per la Protezione Idrogeologica (IRPI) http://www.irpi.cnr.it hat in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Scienze dell' Atmosfera e del Clima http://www.isac.cnr.it ein innovatives Messsystem für die Ermittlung territorialer Niederschlagsmengen entwickelt.


Regen: Forscher setzen auf neue Messmethoden

(Foto: flickr.com/McKay Savage)

Kern der vielversprechenden neuen Methode ist ein Algorithmus namens "Sm2Rain", mit dessen Hilfe sich in Zukunft die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen und Erdrutschen wesentlich genauer vorhersagen lassen soll, so die Hoffnung der beteiligten Experten.

"Statt der herkömmlichen an der Erdatmosphäre orientierten Wetterkunde nutzen wir örtliche Bodenproben und von Satelliten erstellte Bilder, die Informationen über den Wassergehalt im Boden enthalten", erklärt IRPI-Forscher und Projektleiter Luca Brocca.

Es handle sich sozusagen um einen natürlichen Niederschlagsmesser, auch   genannt, der Rückschlüsse vom Feuchtigkeitsgehalt des Bodens auf das Ausmaß von regionalen oder lokalen Regenfällen ermöglicht. "Also kein Top-down-, sondern ein Bottom-up-Ansatz", betont der italienische Wissenschaftler.

Exakter und zuverlässiger

Als Datenmaterial für die Analyse werden beim Sm2Rain neben dem Feuchtigkeitsgehalt im Boden auch die verdampfte und die an der Erdoberfläche verbleibende Wassermenge herangezogen. Diese Methodik ist bereits in vielen Regionen der Erde wie beispielsweise dem Mittelmeer, Australien, Indien, China und Südafrika eingesetzt worden.

"Die Ergebnisse sind im Vergleich zu den Techniken der traditionellen Wetterprognose exakter und zuverlässiger", beschreibt Brocca die grundlegenden Vorteile des neuen Ansatzes.

"Global Precipitation Measurement"

Zusätzliche Unterstützung gefunden hat das Projekt durch die vor einigen Monaten von der US-Weltraumbehörde NASA und der japanischen JAXA gestartete Satellitenmission "Global Precipitation Measurement" http://www.nasa.gov/mission_pages/GPM/main/ . Dieses ambitionierte internationale Vorhaben hat es sich zum Ziel gesetzt, einen neuen Standard zur Niederschlagsmessung aus dem Weltall zu entwickeln und umzusetzen.

Damit soll ermöglicht werden, die Wetterobservatorien dieser Welt alle drei Stunden mit aktuellen Regen- und Schneedaten zu versorgen. "Diese Mission wird unser generelles Verständnis der Wasser- und Energiekreisläufe verbessern und den Nutzen von Prognosedaten erweitern, was wiederum direkt der Gesellschaft zugute kommt", so die beiden kooperierenden Weltraumbehörden.

Harald Jung | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen