Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Algenwirkstoffe gegen Krebs und Alzheimer

04.06.2010
Vielfache Anwendungen der Mikroorganismen und ihrer Sekundärstoffe

Forscher des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) arbeiten gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule Anhalt aus Köthen an der Suche nach neuen antibiotischen und Antikrebs-Wirkstoffen in Algen. Algen sind in vielfacher Hinsicht lohnenswerte Objekte für die Suche nach neuen Ressourcen zur Gewinnung von Biomasse, Energie und bioaktiven Naturstoffen. Sie können unabhängig von Umwelteinflüssen und unter definierten Bedingungen in Bioreaktoren kultiviert werden. Ein weiterer Vorteil der Algen ist, dass sie in Bioreaktoren ganzjährig wachsen, je nach Art - bis zu 20 mal schneller als Landpflanzen.

Was die Forscher allerdings am meisten interessiert, ist die enorme Vielfalt an biologisch wirksamen Sekundärstoffen. Solche werden von anderen Lebewesen nur in geringer Menge oder gar nicht hergestellt. Bisher konnten Forscher Substanzen in Algen entdecken, die entweder das Zellwachstum hemmen (Antikrebswirkung), die Bakterien, Viren oder Pilze abtöten oder Entzündungen heilen.

Vielzahl an unbekannten Substanzen

"Der Sekundärstoffwechsel der Algen ist bisher noch weitgehend unerforscht", so die Biochemikerin Carola Griehl, Leiterin der Algenbiotechnologieabteilung der Hochschule Anhalt gegenüber pressetext. "Von den geschätzten 500.000 Algenarten sind bisher erst rund 40.000 erforscht", erklärt die Expertin. Für die Forscher in Köthen sind insbesondere umweltrobuste, schnellwachsende und temperaturstabile Mikroalgen von Interesse. Sie forschen an der Mikroalge Eustigmatos.

Konkret arbeiten die Köthener Forscher an neuen Wirkstoffen gegen Alzheimer und zudem an der Isolierung von Lipopeptiden - das sind kleine fettlösliche Eiweißmoleküle - die in der Krebsmedizin aber auch als neue Antibiotika Verwendung finden sollen. "Einen Wirkstoff haben wir bisher noch nicht gefunden, aber dafür zahlreiche sehr interessante Lipopeptide, die vielversprechend sind", so die Forscherin.

Verschiedene Stoffe in verschiedenen Lebenszyklen

Die kultivierten Algen werden in ihrem Lebenszyklus in verschiedenen Phasen untersucht. "Was nämlich für die Forschung von besonderer Bedeutung ist, sind die so genannten Sekundärmetabolite", erklärt Griehl. Die Algen bilden während ihrer Wachstumsphase andere Metabolite als während ihrer stationären Lebensphase. "Das bedeutet, dass es viel Arbeit gibt, um allfällige Wirkstoffe zu finden."

Ein weiterer interessanter Forschungsansatz beschäftigt sich damit, interessante Moleküle aus den Algen zu modellieren. "Beim so genannten Molecular Modelling wird versucht, den Nutzen einzelner Substanzen noch weiter zu verbessern", erklärt die Wissenschaftlerin. Neben der Wirkstoffsuche für medizinische Anwendungen arbeiten die Forscher auch noch an der Entwicklung von Carotinoiden für Tierfutter, Lebensmittel, Pharma- und Kosmetikindustrie sowie zur Entwicklung von Verfahren zur Reduzierung industrieller CO2-Emissionen aus Kraftwerksabgasen und Biogasanlagen mit Mikroalgen bei gleichzeitiger Gewinnung von Biokraftstoffen.

Die Arbeit der Forschergruppe kann unter http://www.bwp.hs-anhalt.de/forschung/arbeitsgruppen/biochemie-algenbiotechnologie.html abgerufen werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bwp.hs-anhalt.de
http://www.ipb-halle.de

Weitere Berichte zu: Algen Algenwirkstoffe Alzheimer Bioreaktor Mikroalge Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Getarntes Virus für die Gentherapie von Krebs
31.01.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics