Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3,4 Millionen Euro für medizinische Systembiologie aus Leipzig

15.08.2008
Forscher der Universität Leipzig erhalten 3,4 Millionen Euro Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben im Bereich der medizinischen Systembiologie.

Damit sollen die Prozesse, die zu Leukämien, Lymphomen und anderen Erkrankungen der Blutbildung führen, zunächst in Computermodellen dargestellt werden. Mittels Simulationen gehen die Forscher auf die Suche nach besseren Behandlungsstrategien, die im Rahmen von klinischen Studien überprüft werden können.

Im Rahmen laufender Forschungsvorhaben sind die Wissenschaftler um Projektleiter Professor Markus Löffler vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) und vom Interdisziplinären Zentrum für Bioinformatik (IZBI) in mehreren nationalen klinischen Studienprojekten bereits mit der Erhebung umfangreicher klinischer, molekularer und genomischer Daten zu diesen Krankheiten beschäftigt.

Diese Daten bilden eine Grundlage der erfolgreichen Antragstellung. Eine zweite Grundlage waren kürzliche Erfolge bei der Modellierung der Gewebsorganisationen, die zur Verbesserung klinischer Behandlungskonzepte geführt haben. Die Systembiologie setzt sich zum Ziel, mittels mathematischer Modelle biologischer Prozesse das Puzzle aus einer Vielfalt von Daten zu einer integrativen dynamischen Systemsicht zusammenzusetzen, die wesentlichen Regeln in Vorhersagemodellen zu beschreiben und diese medizinisch nutzbar zu machen. Bei diesem Forschungszweig spielt die Bioinformatik eine große Rolle, die man an der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Leipzig studieren kann.

"Damit ist uns erneut ein schöner Wettbewerbserfolg gelungen", freut sich Prof. Dr. Markus Löffler. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern kann er bereits auf Förderungen zur Modellierung der Knorpelbildung sowie von Gewebsstammzellen mit Mitteln des BMBF, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der EU verweisen.

Die Fördermaßnahme erlaubt einerseits weiterführende experimentelle Untersuchungen in spezialisierten Laboratorien und andererseits den Aufbau mathematischer und bioinformatischer Modelle. In das Vorhaben werden Wissenschaftler aus Dresden, Essen, Göttingen, Mannheim, München, Kiel und Regensburg eingebunden sein. Insgesamt werden etwa 30 Arbeitsplätze bzw. Doktorandenstellen für zunächst drei Jahre geschaffen. Knapp die Hälfte von ihnen wird in Leipzig angesiedelt sein. Die Kombination von

patientenorientierter molekular-genetischer Forschung und mathematischen Modellierungen wird in Fachkreisen als wichtig für zukünftige biomedizinische Innovation angesehen.

"Mit den in Leipzig aufgebauten Kompetenzen in beiden Bereichen sind wir in Deutschland ganz weit vorn", betont Markus Löffler. "Und wir möchten dies weiter ausbauen."Dabei hofft er zusammen mit der Universitätsleitung und einem Verbund von Leipziger Biomedizinern auf den Zuschlag für ein Vorhaben im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenzinitiative, in dem bedeutsame Krankheitsbilder klinisch, molekularbiologisch und systembiologisch erforscht werden sollen.

Tobias D. Höhn | Uni Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.imise.uni-leipzig.de
http://www.izbi.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Blutbildung Gewebsstammzellen Knorpelbildung Leukämien Lymphomen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie