Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Mini-Roboter inspiziert AKW-Leitungen

22.07.2011
Kugelform ermöglicht komplikationsfreie Fortbewegung

Anzeige


Roboter: Taucht durch verstrahlte Leitungen (Foto: web.mit.edu)

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen Roboter entwickelt, der in den Untergrund-Rohrsystemen von Nuklearanlagen mit einer Kamera nach Korrosion fahnden soll. Die runde Form der Maschine soll in Verbindung mit einem ausgeklügelten Antriebssystem, das sich den Schub des fließenden Wassers zu Nutze macht, extrem ausfallssicher sein.

Aufwändige Kontrollen

Im Juni zeigte eine Untersuchung der Associated Press, dass bei drei Vierteln der 104 Atomreaktoren in den USA radioaktives Tritium aus unterirdischen Leitungen ausgetreten ist. Diese Rohre dienen der Zuleitung von Kühlwasser, Lecks stellen eine Gefahr für das Grundwasser dar. Eine Studie der US-Regierung führte zu der Erkenntnis, dass die Möglichkeiten für Sicherheitschecks sehr beschränkt sind. Derzeit können Inspektoren die Kanalsysteme nur über das Einleiten von elektrischer Spannung und über Ultraschalltests auf Korrosion und Risse überprüfen, erklärt Harry Asada, Direktor der d'Arbeloff-Laboratorien am MIT.

Nun sollen kleine, kugelförmige Roboter diese aufwändigen Kontrollverfahren obsolet machen. Auf der letzten internationalen IEEE-Konferen für Robotik und Automation präsentierte die Forschungsgruppe technische Details ihres neuesten Prototypen.

3D-Drucker trägt Ventilsystem auf

Um nicht in den verschachtelten Strukturen eines Reaktors hängen zu bleiben, verzichtet man in Verbindung mit der Kugelform komplett auf mechanische Antriebssysteme wie Propeller oder Ruder. "In diesem Fall müsste man das ganze Kraftwerk abdrehen, nur um den Roboter wieder heraus zu holen. Darum mussten wir unser Design extrem ausfallssicher machen", so Asada.

Stattdessen setzen er und sein Doktorand, Anirban Mazumdar, auf die Flusskraft des Wassers. Mit Hilfe eines speziellen Ventils und einem integrierten Netzwerk weiterer Klappen in Y-Form in der Hülle des Roboters, kann das in den Roboter strömende Wasser beliebig umgeleitet werden. Das Ventilsystem wird Schicht für Schicht in einem 3D-Druckverfahren realisiert. "Am Ende haben wir winzige Kanäle, die in alle Richtungen laufen", erläutert Asada.

Je nach gewünschter Schwimmrichtung können verschiedene Kanäle abgeschlossen werden um das Wasser durch ein bestimmtes Ventil zu befördern. Die mit hohem Druck durchlaufende Flüssigkeit schießt schließlich wieder aus dem Roboter hinaus und erzeugt einen Jetstream, der das Gerät in die Gegenrichtung bewegt.

Einsatz auch in Abwassersystemen denkbar

Mit Hilfe eines "Augapfel"-Mechanismus wollen die Entwickler nun auch die Kamera beweglich machen. Eine zweiachsige Aufhängung ermöglicht Schwenkung und Neigung des Aufnahmegerätes, während der Roboter in Position bleibt. Asadas Vision ist es, diese Roboter als Kurzzeit-Patrouillen einzusetzen, die mehrere Kontrollfahrten durch ein AKW-Rohrsystem unternehmen können, bevor sie durch die radioaktive Strahlung unbrauchbar werden.

Henrik Christensen, Direktor des Zentrums für Robotik und intelligente Maschinen im Georgia Institute of Technology, der nicht an der Entwicklung beteiligt war, kann sich einen Einsatz von Asadas Roboter auch in anderen Umgebungen vorstellen - etwa in Abwasserkanälen. "Man hätte gerne ein Hilfsmittel, das bei geringen Kosten mit wenig Risiko eingesetzt werden kann. Also ist so ein kleines, autonomes System natürlich sehr attraktiv."

Georg Pichler | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: web.mit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Echt smart: Schutzweste mit eingebauter «Klimaanlage»
14.05.2012 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Schmerzlose Pflaster dank Stärke möglich
03.05.2012 | Penn State University

Alle Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp