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Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben eine Technik entwickelt, mit der Lawinen-Airbags per Fernzündung aktiviert werden können.
Mithilfe der Airbags soll die Verschüttung von Skifahrern bzw. -tourengehern vermieden werden. Normalerweise werden die Lawinenairbags, die in Form eines Rucksacks am Rücken der Skifahrer angebracht sind, über einen Griff ausgelöst. Oft merken die in eine Lawine gekommenen Personen aber zu spät, dass sie in Gefahr sind. Mittels der Fernzündung können nun auch anwesende Kollegen den Airbag auslösen.
Entwickelt wird der Lawinen-Airbag für das Unternehmen ABS Peter Aschauer. Das Prinzip des Airbags ist bereits seit 25 Jahren bekannt und im Einsatz. Durch die massive Erweiterung des Volumens erhält der Körper Auftrieb (Sortierungseffekt) - das Lawinenopfer wird dadurch zu einem hohen Prozentsatz nicht verschüttet, das Verletzungsrisiko wird minimiert. Experten warnen jedoch, den Airbag als "Versicherung" zu tragen und somit das Risiko zu erhöhen. Vielmehr ist der Lawinenairbag als optisches Hilfsmittel bei der Bergung zu verstehen. Fakt ist: 98 Prozent der Skifahrer mit Airbag haben bisher ein Lawinenunglück überlebt, 90 Prozent davon völlig unverletzt.
Alte Systeme können problemlos umgerüstet werden
Das Frauenhofer-Institut unter der Leitung von Bernhard Budaker hat den Auslösegriff nun so umgestaltet, dass ein Teil der Elektronik darin Platz findet und der Airbag auch von anderen Gruppenmitgliedern ausgelöst werden kann. "Alle alten Systeme können problemlos umgerüstet werden", so Budaker. Die Teilnehmer einer Gruppe können sich sogar mit dem neuen System untereinander vernetzen. "Mit der optischen Programmierschnittstelle lassen sich feste Gruppen definieren", sagt Budaker. Die Teilnehmer müssen dazu einfach ihre Griffe einmal aneinanderhalten und schon gehören sie zusammen.
Störungen durch Funk von LVS-Geräten, Handys oder durch andere Auslösegemeinschaften sind ausgeschlossen. Die Funkreichweite der ABS Wireless Activation beträgt ca. 300 Meter. Zusätzlich wirkt jeder Auslösegriff wie eine Relais-Station, sodass die Reichweite automatisch vervielfacht wird und Geländeschatten umgangen werden können. Die ABS-Lawinenairbags mit Wireless Activation sind ab Mitte Dezember im Handel erhältlich. Ein ABS-Rucksack (Vario-Line) samt Wireless-Activation kostet 1.062 Euro, die Aktivierung auf alten Modellen kostet 295 Euro.
Drei von 226 Airbag-Trägern starben
Von 226 vom Schweizer Lawineninstitut dokumentierten und bekannten Lawinenunfällen mit dem ABS-Airbag waren 106 Personen nicht verschüttet, 81 teilverschüttet, 21 ganz verschüttet, der Airbag allerdings noch sichtbar und drei samt Airbag ganz verschüttet. Dabei haben 223 Personen überlebt, drei nicht.
"Ich kenne keinen aktiven Profi, der die Wirksamkeit des ABS-Lawinen-Airbags in Frage stellt. Ich weiß von einigen, die dem ABS-Lawinenairbag ihr Überleben in einer Lawine verdanken", bestätigt auch Michael Grassl, Präsident des Verbandes der deutschen Berg- und Skiführer. Profi-Snowboarder Rudi Kröll, der dank seines Airbags an der Oberfläche blieb und ein Lawinenunglück überlebt hat, fügt hinzu: "Dieser Airbag minimiert nicht das Risiko, in eine Lawine zu kommen, aber das, verschüttet zu werden."
Michael Fiala | Quelle: pressetext Focusthema Consumer
Weitere Informationen: www.ipa.fraunhofer.de
www.abs-airbag.com
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