Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Skihelm warnt bei Kopfverletzungen

16.07.2010
Sensoren liefern wertvolle Information über Wucht des Aupfralls

Kopfverletzungen zählen zu den größten Gefahren für gestürzte Ski- oder Snowboardfahrer. Daher haben Studenten an der Northeastern University einen speziellen Sensorhelm entwickelt. Er misst bei Stürzen die Stärke des Aufpralls und zeigt mit einem Farbcode die wahrscheinliche Schwere der Verletzung.

"Eine solche Frühinformation zur Stärke eines Traumas wäre medizinisch durchaus interessant", meint Claudius Thomé, Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie der Medizinischen Universität Innsbruck, im Gespräch mit pressetext. Denn Rettungskräfte können im Zweifel eher entscheiden, wie dringend und wohin ein Patient abtransportiert werden muss.

Sturz-Dokumentation

Das Northeaster-Team hat einen Helm-Prototypen gebaut, der mittels Sensoren die Wucht des Aufpralls im Vergleich zum freien Fall bestimmt. Mit einem LCD-Bildschirm wird dann ein Farbcode angezeigt. Grün steht für einen eher leichten Sturz. Am anderen Ende der Skala zeigt rot potenziell lebensgefährliche Verletzungen an, wenn der Kopf sehr wuchtig aufgeprallt ist. Das ist für Thomé ein Vorteil der Entwicklung. "Eine Dokumentation, wie schwer ein Sturz war, ist mangels Zeugen bisher oftmals nicht gegeben", erklärt der Neurochirurg.

Die Information, wie wuchtig der Aufprall war, ist als Zusatzhinweis zum klinischen Zustand des Gestürzten interessant. Ein Beispiel wäre, wenn der Helm einen sehr schweren Sturz anzeigt. "In so einem Fall sollte der Patient direkt in ein auf Schädel-Hirn-Trauma spezialisiertes Zentrum gebracht werden", sagt Thomé. Denn ein Neurochirurg kann im Zweifelsfall etwaige Kopfverletzungen besser bewerten als ein vor allem auf Beinbrüche spezialisierter Unfallchirurg.

Entwicklungspotenzial

Die Northeastern-Studenten haben in Experimenten gezeigt, dass der vom Helm ermittelte Verletzungsgrad sehr gut zu Computermodellen passt. Doch ortet Thomé viel Entwicklungspotenzial. "Es macht beispielsweise einen großen Unterschied, ob der Aufschlag mit der Stirn oder mit dem Hinterkopf erfolgt", erläutert er. Markus Glanzer, Rettungsdienst-Experte beim Österreichischen Roten Kreuz, betont gegenüber pressetext, dass qualifizierte Rettungskräfte bei bewusstlosen Sturzopfern grundsätzlich vom Schlimmsten ausgehen. Er sieht ein Potenzial gerade bei vermeintlich leichten Stürzen. "Wenn der Nutzer nach einem Sturz kein Hilfe in Anspruch nimmt, könnte der Helm ein Indikator sein, doch eine medizinische Abklärung zu suchen", erklärt Glanzer.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.northeastern.edu
http://neurochirurgie.uklibk.ac.at
http://www.roteskreuz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie