Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweizer Schüler entwickeln mobiles Kraftwerk

16.09.2011
Wasserwirbel liefern Strom für Forschung und Hilfsorganisationen

Im Auftrag der Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz (GWWK) haben vier Berufslehrmaturanten den Prototypen eines mobilen Wasserwirbelkraftwerks konstruiert. "In einem halben bis einem Jahr ist das Micro-Kraftwerk serienreif. Wir haben schon erste Kontakt zu Hilfsorganisationen, die sehr interessiert sind. Unsere einfache Technik kann auch nach Naturkatastrophen eine schnelle Versorgung mit Strom garantieren, sagt GWWK-Sprecher Daniel Styger im Gespräch mit pressetext.


Wasserwirbelkraftwerk: Mobile Stromversorgung (Foto: GWWK)

Entlegene Messstationen

Ausgangspunkt für die Nachwuchskonstrukteure war ein Problem des Bundesamtes für Umwelt, das zu Forschungszwecken Flüsse und Bäche in der Schweiz überwacht. Die Messstationen in teilweise entlegenen Gebieten rund um die Uhr mit Strom zu versorgen ist dabei oft eine Herausforderung. Drei angehende Konstrukteure und ein Polymechaniker von der Berufsschule Zofingen haben sich dieses Problems angenommen. In über tausend Arbeitsstunden haben sie den Prototypen für ein mobiles Wasserwirbelkraftwerk gebaut. Finanziert wurde das Projekt ausschließlich durch Sponsorengelder.

Der 3 x 0,5 x 0,5 Meter große Prototyp, der von der Konstruktion her an seine großen, stationären Vorbilder angelehnt ist, bringt konstant eine Leistung von 50 bis 100 Watt. Er kann ab einem Wassergefälle von 40 Zentimetern und einer Wassermenge von 20 Litern eingesetzt werden. Das reicht aus, um eine Messstation oder einen sparsamen Laptop zu betreiben. Das Kraftwerk enthält auch einen Lithium-Ionen-Akku, der es ermöglicht, überschüssige Energie für längere Zeit zwischenzuspeichern. Das Kraftwerk kann in drei Teile zerlegt werden.

Großes Potenzial

"Der Aufbau kann ohne Probleme von einer Person bewerkstelligt werden. Die Teile können auf einem Anhänger oder mit Lasttieren zum Einsatzort gebracht werden", so Styger. Die Konstruktion ist flexibel und kann mit verschiedenen Rotoren bestückt werden, die sich bei Bedarf einfach tauschen lassen. Der größte und teuerste Rotor liefert derzeit etwa 100 Watt. "In Zukunft planen wir leistungsfähigere Versionen mit bis zu 500 Watt. Durch leichtere Materialien bleiben sie trotzdem einfach zu transportieren", erklärt Styger. Über den Marktpreis der Micro-Wasserwirbelkraftwerke ist noch nichts bekannt. "Sie werden aber auch für Privatpersonen interessant sein", sagt Styger gegenüber pressetext.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.gwwk.ch
http://www.bafu.admin.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Trotz Lähmung selbstbestimmt gehen
21.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Wissenschaftler entwickeln Rollstuhl, der Treppen steigen kann
30.11.2016 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie