Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schützender Schaum und flexibles Design - mehr Sicherheit für Fahrradfahrer

13.08.2014

„Fahrradhelme sehen komisch aus und lassen sich nicht in die Tasche packen“, so das Fazit einer Umfrage, die Florian Mayer durchführte.

Der 24jährige, der Industrial Design an der Hochschule Pforzheim studiert, nahm dieses Ergebnis zum Anlass einen neuen Kopfschutz für Radfahrer zu entwickeln. Mit Hilfe eines innovativen Materials, einer anderen Form und einem neuen Design kreierte Florian Mayer einen Protektor, der besser schützt und dabei flexibel ist. Die Studie stellt der Pforzheimer Student im Juli 2014 vor.


Rollen oder falten - der luftige Protektor hat eine neue Form und ist flexibel

Hochschule Pforzheim

Fahrrad fahren ist „in“, doch das Helmtragen wird zur Glaubensfragen. Während gerade in Städten und im Freizeitbereich immer mehr auf das Fahrrad umsteigen, stagniert die Zahl der „Helmträger“. Neun von zehn Erwachsenen lehnen den Kopfschutz aus unterschiedlichen Gründen ab. Oft liegen rein subjektiven Einschätzungen – „sieht nicht gut aus“, „zerdrückt die Frisur“ oder „man schwitzt mehr“ – dieser Entscheidung zu Grunde.

Grundsätzlich sind sich die Fachleute einig – Helme können schwere Kopfverletzungen verhindern. „Doch die heutigen Helme müssen weiterentwickelt werden“, ist Florian Mayer überzeugt. Nach einer umfangreichen Recherche sieht der Stockacher vor allem in der Konstruktion der heutigen starren Schutzbedeckungen ein Manko.

90 Prozent aller Kopfverletzungen in Folge eines Fahrradunfalls entständen an den Seiten oder im hinteren, unteren Kopfbereich., erklärte der Student. Die harte Kunststoffschale und das darunterliegende Styropor seien überall gleich dick und sparten diese empfindlichen Partien zum großen Teil aus.

Auf der Suche nach neuen Materialien stieß der künftige Designer auf die Firma SAS-TEC aus Markgrönningen. Das Unternehmen hat sich einen Namen im Bereich Protektoren, Körperschutz für Zweiradfahrer, gemacht. Der viskoelastische Schaum, mit dem das Unternehmen arbeitet, fängt Stoßenergie zuverlässig ab. Bereits acht bis zwölf Millimeter des Materials genügen, um den Kopf eines Radfahrers zu schützen.

„Außerdem kann der Schaum in variabler Stärke eingesetzt werden. Zonen, die verletzungsgefährdeter sind, können so besser vor Stößen gesichert werden“, beschreibt Florian Mayer die Vorteile des Werkstoffes. Der Industriedesigner entwarf mit Hilfe des innovativen Werkstoffes einen Protektor, dessen offenes Design anspricht.

Die einzelnen Teile werden mit Leder-Kevlar-Bändern fest zusammengehalten, bleiben dabei aber sehr flexibel. Die leicht geänderte Form schützt die Seitenpartien und den Hinterkopf besser. Knicken, rollen oder falten – der Protektor ist mehr als beweglich. „Der Schutz lässt sich einfach auf eine kleine Größe zusammenrollen“, skizziert Mayer eine der wichtigsten Eigenschaften seines Modells, das sich so einfach verstauen lässt.

Bisher ist der Protektor des fahrradaffinen Studenten „nur“ eine Studie beziehungsweise eine Einzelanfertigung. Der computergestützten Konstruktion liegen Unfallstudien und genaue Berechnungen über die zu absorbierende Stoßenergie auf das Material zu Grunde.

„Alles Weitere wäre für mich zu teuer geworden. Doch die Studie ist sehr seriennah angelegt und kann mit einem geeigneten Partner sicher schnell realisiert werden“, fasst Mayer seine Wünsche zusammen. Ziel des 24jährigen wäre es seine Arbeit auch auf der Eurobike in Friedrichshafen (27. bis 30. August 2014) dem Fachpublikum vorstellen.

Sabine Laartz | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hs-pforzheim.de

Weitere Berichte zu: Design Eurobike Fahrrad Fahrradfahrer Helme Kopfschutz Kopfverletzungen Radfahrer Schaum Sicherheit Styropor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie