Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboterbeine lassen Rollstuhlfahrer gehen

16.07.2010
Neuseeländische Entwicklung kommt 2011 auf den Markt

Mit dem robotischen Exoskelett "Rex" kann ein Rollstuhlfahrer wieder gehen. Das hat der Neuseeländer Hayden Allen ausprobiert.


Roboterbeine in Aktion: Bewegungsfreiheit für Rollstuhlfahrer (Foto: rexbionics.com)

Der durch eine Rückenmarksverletzung gelähmte Mann ist einer der ersten, der am eigenen Leib den Nutzen der Roboterbeine erleben konnte. Noch dieses Jahr will das Unternehmen Rex Bionics sein System in Neuseeland auf den Markt bringen. Ab 2011 soll Rex an den Rollstuhl Gefesselten in aller Welt neue Möglichkeiten wie das Stiegensteigen eröffnen.

Stehen, gehen, Stiegen steigen

Mit Rex kann ein Rollstuhlfahrer frei stehen und gehen. Hayden ist begeistert. "Die Leute sagten: 'Schau, wohin du gehst.' Aber ich konnte nicht aufhören auf meine Füße zu starren, die sich bewegten", so der Rex-Tester. Dabei leistet Rex laut Hersteller noch mehr. Der Nutzer könne auch schiefe Ebenen bewältigen und sogar Stiegen steigen. Der damit verbundene Gewinn an Beweglichkeit und Unabhängigkeit soll mehr Möglichkeiten bei der Freizeitgestaltung und auch im Beruf eröffnen. Der Akku hält laut Hersteller bei normaler Nutzung den ganzen Tag.

Die Roboterbeine sind als Ergänzung zum Rollstuhl gedacht. Um sie zu nutzen, hievt sich der User in die Gehhilfe und schnallt sich darin fest. Dann kontrolliert er die Bewegungen von Rex mit einem Joystick und einem Control-Pad. Dementsprechend sind ausreichend starke und bewegliche Arme erforderlich, um Rex zu nutzen. Potenzielle Kunden müssen daher einen genauen medizinischen Check unterlaufen. Dieser klärt, ob das System wirklich für den Patienten geeignet ist. Bekommt ein User die Roboterbeine, sind persönliche Anpassungen und ein Training nötig. Der Zeitaufwand dafür beträgt etwa zwei Wochen.

Kampf der Roboterbeine

Wenn Rex Bionics angibt, die neuen Roboterbeine seien das erste derartige System der Welt, stimmt das nicht ganz. Denn das israelische Unternehmen Argo Medical Technologies hat bereits Ende 2007 erstmals das System "ReWalk" vorgestellt und will es noch dieses Jahr weltweit anbieten. Damit kommt ReWalk dem neuseeländischen Konkurrenten voraussichtlich zuvor.

Allerdings ermöglicht die israelische Entwicklung laut Hersteller nur ein Gehen mithilfe von Krücken. Bei Rex dagegen hat der Nutzer die Hände frei, sobald er stehen bleibt. Das ist potenziell ein großer Vorteil, da der Anwender somit ungehindert nach Objekten in seiner Umgebung greifen kann. Allerdings wird ReWalk wohl deutlich erschwinglicher sein. Nach Angaben gegenüber dem Parade Magazine soll der Preis letztlich 30.000 bis 40.000 Dollar betragen. Bei Rex Bionics dagegen ist von etwa 150.000 Dollar die Rede.

Video - Hayden Allen probiert Rex: http://www.youtube.com/watch?v=7uOxtN_Lcr8

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rexbionics.com
http://www.argomedtec.com

Weitere Berichte zu: Bionics ReWalk Roboterbeine Rollstuhl Rollstuhlfahrer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Wissenschaftler entwickeln Rollstuhl, der Treppen steigen kann
30.11.2016 | Technische Universität München

nachricht AER – ein fotografierender Schaumstoffpfeil
04.11.2016 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten

06.12.2016 | Medizintechnik