Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter bricht Geschwindigkeitsrekord im Klettern

14.05.2009
Vierbeiniger "RiSE V3" bezwingt hölzerne Masten dank Klauen

Forscher am Kod*lab der University of Philadelphia haben mit dem "RiSE V3" einen Roboter entwickelt, der hölzerne Masten in Rekordgeschwindigkeit erklimmen kann. Dank Kletter-Klauen bringt es der 5,4 Kilo schwere Vierbeiner auf 21 Zentimeter pro Sekunde und mehr.


RiSE V3 an einem hölzernen Telefonmast (Foto: Kod*lab)

Eine deratige Klettergeschwindigkeit sei mit Robotern vergleichbarer Größe bislang nie erzielt worden, so die Wissenschaftler. Potenzielle Anwendungsgebiete sehen sie in Such- und Überwachungsaufgaben ebenso wie Ad-Hoc-Netzwerken. In weiterer Folge soll der Roboter noch beweglicher werden.

Der gemeinsam mit dem Unternehmen Boston Dynamics entwickelte Roboter ist 70 Zentimeter lang und hat einen 28-Zentimeter-Schwanz. Er setzt auf ein spezielles Design und Bewegungsmuster der Beine, um das Erklimmen zylindrischer Strukturen wie beispielsweise hölzerner Telefonmasten zu ermöglichen. Klauen-artige Enden sorgen für Halt und die vorderen Beine sind so gestaltet, dass sie einen Mast mit 25 Zentimetern Durchmesser teilweise umfassen.

Beim Klettern bleibt immer eines der Vorderbeine in Kontakt mit der Oberfläche. Das hilft, ein Kippen des Roboters nach hinten zu vermeiden. Die Hinterbeine dagegen schieben den Roboter in einer gleichzeitigen Bewegung nach oben. Außerdem kann der Roboter eine vertikale Position ohne Motorenbelastung und damit energiesparend halten, so die Wissenschaftler. Das sei ideal für Anwendungen, wo ein längeres Verharren an einer Stelle erforderlich ist - wie eben bei der Überwachung oder, wenn der Roboter als Teil eines Ad-Hoc-Netzwerks dienen soll.

Die Forscher sind überzeugt, dass sie die Klettergeschwindigkeit des Roboters in Zukunft noch weiter steigern können. Dazu seien unter anderem Studien erforderlich, die eine optimierte Gestaltung der Klauen ermöglichen. Außerdem soll Sensor-Feedback helfen, bewegungstechnische Probleme wie abrutschende Füße zu bereinigen. Auch hoffen die Wissenschaftler, den Roboter allgemein beweglicher zu machen. So wird angestrebt, dass ein zukünftiges Modell nicht nur sehr regelmäßige Zylinder erklettern kann, sondern beispielsweise auch Bäume und Äste. Ebenfalls gearbeitet wird daran, dass der Roboter autonom von horizontaler Bodenbewegung in den Kletter-Betrieb wechseln kann.

Das Kod*lab spezialisiert sich allgemein auf die Forschung im Bereich der Fortbewegung von Robotern. Den Schwerpunkt bildet dabei schwieriges Gelände im Freien. Unter anderem wurde am Kod*lab der "SandBot" entwickelt, mit dem in einer Studie nachgewiesen wurde, dass langsamere Bewegungen auf Sand Roboter letztendlich schneller voran bringen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090211016/).

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://kodlab.seas.upenn.edu
http://www.bostondynamics.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weltweit erste fliegende Selfie-Kamera im Handyformat in Berlin vorgestellt
09.03.2017 | AirSelfie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie