Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Bauchlagerungsbett am Bergmannsheil entwickelt

03.01.2011
Innovation ermöglicht vereinfachte und sichere Umlagerung schwerstverletzter Patienten

Ärzte und Pfleger des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil haben ein neues, einzigartiges Bauchlagerungsbett entwickelt: Damit können schwerstverletzte Patienten einfach und sicher zwischen Bauch- und Rückenlagerung umgewendet werden: Eine mechanische Unterstützung erleichtert die Umlagerung für Patient und Personal erheblich. Das mittlerweile zertifizierte und damit für den Betrieb genehmigte Bett wird seit November auf der Intensivstation für Schwerbrandverletzte im Bergmannsheil genutzt.

Leichteres Umlagern für Patient und Personal

„Unsere Neuentwicklung gewährleistet eine schonende Drehung des Patienten in die komplette Bauchlagerung und erleichtert die leitliniengerechte Lagerungstherapie beatmeter Patienten mit Lungentrauma“, erläutert Dr. Ole Goertz von der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte des Bergmannsheil (Direktor: Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau). Dr. Goertz war federführend an der Entwicklung des neuen Bettes beteiligt. Das Prinzip: Der Patient liegt zunächst in Rückenlage im Bett. Dann wird er vorsichtig von oben mit einer zweiten gepolsterten Liegefläche auf dem Bett fixiert. Sie verfügt über einen Gesichtsausschnitt, sodass eine sichere, ununterbrochene Atmungsunterstützung gewährleistet ist. Über eine Handkurbel am Fußende wird das Bett dann um 180 Grad gedreht. Der Patient ruht jetzt bäuchlings auf der Liege mit dem Gesichtsausschnitt. Die andere, obere Liege kann jetzt entfernt und der Patient weiter versorgt werden.

Durch die mechanische Unterstützung sind für das Umlagern von Schwerstverletzten statt fünf nur noch zwei Personen nötig. Zudem werden die Rücken der Helfer weit weniger belastet als bei der manuellen Umlagerung. Die rein mechanische Drehung des Bettes garantiert zudem hohe Sicherheit und geringe Störanfälligkeit der Konstruktion. Außerdem reduziert sich das Risiko von Druckgeschwüren für die Patienten erheblich, weil die Liege für die Bauchlagerung mit Schaumstoffpolsterung und Gesichtsausschnitt ausgestattet ist.

Bauchlagerung: Sinnvoll bei Lungenverletzungen

Die Bauchlagerung von Patienten empfiehlt sich vor allem bei Lungenverletzungen: Ursache können mechanische Einwirkungen, Rauchgas-Vergiftungen oder Verbrennungen sein. Aber auch eine künstliche Beatmung, die für den Erkrankten lebensnotwendig ist, kann Lungenschäden hervorrufen. Wird der Patient auf dem Bauch gelagert, so wird dadurch eine gleichmäßigere Gas- und Blutverteilung mit besserer Atemmechanik unterstützt. Dadurch können mitunter verschlossene Lungenareale wieder eröffnet werden. Allerdings erfordert die Lagerung solcher schwerstkranker Patienten ein äußerst sensibles Vorgehen, was durch das neue Spezialbett am Bergmannsheil erheblich erleichtert wird.

Mehr zum Bauchlagerungsbett erfahren Sie im Internet unter http://www.wechsellagerungsbett.de

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum - repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung. In 22 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich rund 19.000 Patienten stationär und ca. 60.000 ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich. Weitere Informationen im Internet unter: http://www.bergmannsheil.de.

Weitere Informationen:

Dr. Ole Goertz
Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-3599
E-Mail: olegoertz@gmx.de
Pressekontakt:
Robin Jopp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wi-Med Bergmannsheil GmbH
c/o Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

Robin Jopp | idw
Weitere Informationen:
http://www.wechsellagerungsbett.de
http://www.bergmannsheil.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften