Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine neue Erfindung aus Bremen: Kleines, cleveres Detail sorgt für mehr Sitzkomfort

29.03.2010
Erfolgreiche Kooperation zwischen dem Faserinstitut an der Universität Bremen und der Hochschule für Künste Bremen: Die jetzt patentierte Ringfeder für Rollstühle wird bei der Hannover Messe vom 19. bis 23. April am SIGNO-Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie präsentiert.

In der Patentanmeldung ist die Rede von "einem offenen Ringkörper aus einem federelastischen Material", der "eine von dem ersten Ende bis zu dem zweiten Ende zunehmende Dicke aufweist". Gemeint ist eine leichte, ringförmige Feder aus Kohlenstofffaserverbundwerkstoff (CFK), deren Federwirkung variabel einstellbar ist und die zum Beispiel in Roll- und Bürostühle oder Fahrräder eingebaut werden kann, um den Sitzkomfort zu erhöhen.


Schick, schlicht, leicht und pfiffig: Der Aktivrollstuhl von Simon Michel besticht nicht nur durch sein Design, sondern auch durch technische Details. \"CaRo\" hat der Erfinder seinen Rollstuhl genannt, und dem kleinen Dämpfer unter der Sitzfläche gab er den Arbeitstitel \"Schneckenblattfeder\". Als \"Ringfeder\" hat die InnoWi sie nun zum Patent angemeldet. Simon Michel

Diese Erfindung ist eines der Ergebnisse aus einer Kooperation zwischen der Hochschule für Künste Bremen (HfK) und dem Faserinstitut Bremen e. V. an der Universität Bremen (FIBRE). Möglich wurde die Zusammenarbeit durch eine Förderung der Universität Bremen im SIGNO-Programm (Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Initiiert und begleitet wurde das Projekt von der InnoWi GmbH.

"Schneckenblattfeder" nennt Simon Michel (26) das kleine Element, das er während der Lehrveranstaltung "Super Strong - Ultra Light" an der HfK entwickelt hat. Unter der Leitung von Professor Andreas Kramer, Leiter des Lehrgebietes "Computergestütztes Entwerfen" im Studiengang "Integriertes Design", hatten sich dort im vergangenen Jahr elf angehende Produktdesigner mit Faserverbundwerkstoffen beschäftigt. Dabei wurden sie von den Faser-Spezialisten des FIBRE und den Innovationsmanagern der InnoWi unterstützt. Aufgabe war es, Dinge des täglichen Gebrauchs zu entwickeln und die positiven Eigenschaften des Materials zu nutzen. Mit dabei war Simon Michel, der mit seinem Aktivrollstuhl "CaRo" im abschließenden, kursinternen Wettbewerb den ersten Platz belegte.

"Wartungsarm, platzsparend, leicht, stabil und für jedermann problemlos zu verstellen"

Bis ins Letzte hat der HfK-Student den Rollstuhl durchdacht "und diverse, clevere Details eingebaut", heißt es im FIBRE und bei der InnoWi. Eine unauffällige, kleine Feder unter dem Sitz hatte es ihnen besonders angetan. "Der Dämpfer ist wartungsarm, platzsparend, leicht, stabil und für jedermann problemlos zu verstellen", sagt Dr. Lieselotte Riegger, Projektleiterin des Förderprojektes und InnoWi-Geschäftsführerin. "Das ist eine Innovation. Das gibt es auf dem Markt noch nicht." So bestätigt es auch die Recherche, die die InnoWi als Dienstleistungsagentur für wissenschaftliche Erfindungen aus Bremen und Nord-West-Niedersachsen durchgeführt hat. Nun wurde die Erfindung mithilfe der Innovationsmanager beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet.

Nachdem der Nachwuchserfinder lange vergeblich nach einer passenden Feder für seinen Rollstuhl gesucht hatte, konstruierte er diese einfach selbst. Die Tipps zum "Wie" gab Dipl.-Ing. Holger Purol, Leiter Faserverbund am FIBRE. Er hat die HfK-Veranstaltung begleitet, stand den Studierenden auch darüber hinaus mit Tatkraft zur Seite und engagierte sich bei den Vorbereitungen zur Patentanmeldung. "Er hat mir zum Beispiel erklärt, dass ich für mein Modell der Feder nicht die teuren Carbonfasern brauche. Zunächst würden einfache Glasfasern und Epoxidharz aus dem Baumarkt genügen, denn die hätten ähnliche Eigenschaften", erzählt Simon Michel. Derart beraten, baute er die erste Feder, und schon diese vorläufige Lösung überzeugte die Fachleute. Nun entsteht am FIBRE ein Prototyp der Feder aus CFK. Zur Hannover Messe vom 19. bis 23. April wird er der Öffentlichkeit vorgestellt - am SIGNO-Stand des BMWi (Halle 2, Stand A02).

Nun hoffen alle Beteiligten auf möglichst viele Interessenten. Ursprünglich von ihrem Erfinder für Rollstühle gedacht, kann die Ringfeder auch für Fahrräder, Bürostühle, Möbel oder Sportgeräte genutzt werden. "Denkbar sind viele weitere Anwendungen, bei denen ein Bedarf nach einer individuell regulierbaren Federwirkung besteht" sagt Riegger. "Mit diesem Federprinzip sind mehrere verschiedene Ausführungsformen möglich. Eine runde Blattfeder, deren Härtegrad sich je nach ihrem Einbauwinkel variieren lässt, kann vielfach eingesetzt werden. Zum Beispiel auch in der Medizintechnik."

Achtung Redaktionen: Druckfähige Fotos finden Sie unter http://www.innowi.de/de/service/downloads, oder erhalten Sie über die unten angegebenen Ansprechpartner und über Sabine Nollmann (mail@kontexta.de oder 0170 904 11 67)

Weitere Informationen und Ansprechpartner:
http://www.faserinstitut.de
http://www.innowi.de
http://www.hfk-bremen.de
http://www.unitransfer.uni-bremen.de
Dr. Lieselotte Riegger
(UniTransfer, Universität Bremen und Geschäftsführerin InnoWi GmbH)
Telefon: 0421 96 007-11, E-Mail: lieselotte.riegger@innowi.de
Dipl.-Ing. Holger Purol
(Leiter Faserverbund, Faserinstitut, Universität Bremen)
Telefon: 0421 218-93 30, E-Mail: purol@faserinstitut.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie