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Nachtsicht-Kamera macht Videos in Farbe

04.03.2011
System analysiert reflektiertes Infrarot zur Farbwiedergabe

Forscher des japanischen National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) haben eine Nachtsichtkamera entwickelt, die im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen Farbvideos aufnehmen kann. Um die Farbwiedergabe zu ermöglichen, analysiert das System die von Objekten reflektierte Infrarot-Strahlung. Anwendungspotenzial orten die Wissenschaftler unter anderem im Sicherheitsbereich und für die Wildtier-Beobachtung. Im Rahmen eines Technologietransfer-Unternehmens soll bis Ende dieses Jahres ein kommerzielles Modell entstehen.


Nachtsichtaufnahme: Oben klassisch einfärbig, unten mit Farbrekonstruktion (Foto: aist.go.jp)

Farbe für die Sicherheit

Bisherige Nachtsichtgeräte liefern nur einfärbige, in vielen Fällen grüne Bilder. Das neue Kamerasystem setzt auf eine Reihe spezieller Algorithmen, bei Dunkelheit das von Objekten reflektierte Infrarotlicht und deren Charakteristiken zu analysieren. Dadurch ist es möglich, Farben wie Rot und Blau zu rekonstruieren. Die Qualität hält sich beim Prototypen noch in Grenzen. Die geplante kommerzielle Version wird Farben aber sehr naturnah wiedergeben, heißt es gegenüber dem Technologiportal Diginfo.tv.

Wie das AIST betont, werden durch die Farbrekonstruktion Objekte im Bildbereich besser erkennbar als bei Systemen, die Monochrom- oder Falschfarbenbilder liefern. Ein offensichtliches Anwendungsgebiet sind somit Sicherheitskameras. Das Forschungsinstitut betont zudem, dass Informationen wie die Farbe eines Kleidungsstücks dazu beitragen können, Verbrechen aufzuklären. Ferner könne die Belastung für Sicherheitspersonal an Überwachungsmonitoren sinken. Doch auch andere Einsatzgebiete sind vorstellbar. Dazu zählen beispielsweise die Beobachtung von Tieren bei Nacht oder Fahrzeugassistenzsysteme.

Zügige Kommerzialisierung

Das AIST-Spin-off Nanolux strebt nun an, die Kamera leistungsfähiger und kompakter zu machen als den Prototypen. Mithilfe unterschiedlicher Linsen will man auch sinnvolle Aufnahmen aus großer Entfernung ermöglichen. Auf diese Weise soll noch vor Ende 2011 ein kommerzielles Modell entstehen, das auch der Belastung alltäglicher Benutzung standhält. Dabei ist das Ziel, herkömmliche Sicherheitskameras, die Aufnahmen in sichtbarem und infrarotem Licht kombinieren, preislich zu unterbieten.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.aist.go.jp

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