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Mobiler Roboter reinigt Straßen und trägt Einkaufstüten

04.02.2009
Bürger können Dustbot per SMS oder Anruf aktivieren

Wissenschaftler der Scuola Superiore Sant'Anna und der Universität von Florenz haben einen Roboter zur Müllsammlung und Straßenreinigung entwickelt. Der einer Animationsfigur von Walt Disney nachempfundene "DustBot" wird derzeit in der toskanischen Ortschaft Peccioli auf seine Alltagstauglichkeit geprüft.


Dustbot übernimmt Straßenreinigung
Foto: sssup.it

Die Dienste des 1,4 Meter hohen automatischen Helfers können die Bewohner von Peccioli ab März in Anspruch nehmen können. Aktiviert wird der Roboter über einen Anruf oder eine einfache SMS an das Kontrollzentrum. Über ein Funkgerät wird dieser genau über den Zielort und den dazugehörigen Streckenverlauf unterrichtet. Als Orientierungsinstrumente dienen ein gewöhnliches GPS-System und durch Ultraschall gesteuerte Sensoren. Über den eingebauten Laserscanner werden mögliche Hindernisse, Passanten und Treppenstufen erkannt.

Der auf einem zweirädrigen Fahrwerk montierte Roboter wird in zwei anwendungsspezifischen Varianten zum Einsatz kommen. Als "DustClean" zum Aufsaugen von Straßenabfällen sowie als "DustCart" zum individuellen Abholen von Hausmüll. Letzteres Modell bringt den Müll auf Abruf von der Haustür bis zur nächst gelegenen Sammelstelle. Beide Bautypen sind besonders für den Einsatz auf verwinkelten Strassen und Plätzen geeignet, wo die städtische Müllabfuhr nur unter großen Schwierigkeiten hinkommt. Als weiterer Vorteil gilt das problemlose Versprühen chemischer Flüssigkeiten zur Bindung von Feinstaub und Desinfektion der Straßenbeläge.

Technische Unterstützung des von der EU-Kommission kofinanzierten, insgesamt 2,6 Mio. Euro teuren Projektes leisten die aus der Scuola Superiore Sant'Anna als Spin-off hervorgegangenen Firmen Robotech aus Peccioli und Synapsis aus Livorno. Wichtige Bauteile wurden von der STMicroelectronics zur Verfügung gestellt. "Unser kleiner Müllschlucker hat bereits einen Liebhaber in Japan gefunden," erklärt Projektleiter Paolo Dario. "Ein Prototyp des DustCart wird demnächst in der Shoppingmeile von Osaka als Assistent von älteren Leuten und Kindern zum Tragen von Einkaufstüten eingesetzt." Die Einsatzorte liegen in vielen Teilen der Welt. Nach den italienischen Kleinstädten Pontedera und Massa soll der Roboter auch im spanischen Bilbao, im schwedischen Örebro, in der Tomorrow City von Incheon (Korea) und in der japanischen Hauptstadt Tokyo Einzug halten.

"Der DustCart wird ständig weiterentwickelt," so der italienische Wissenschaftler abschließend. "Auf längere Sicht werde er auch als mobile Messstation zur Erfassung von Luftverschmutzung und anderen Umweltdaten verwendet. Außerdem könne er als städtische Informationsstelle für öffentliche Dienstleistungen, Nahverkehr und Wettervorhersagen dienen. Als Mehrzweckroboter konzipiert seien den Anwendungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sssup.it
http://www.unifi.it

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